Nicht zukunftsorientiert, sondern extrem

Energie Nicht zukunftsorientiert, sondern extrem - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Will man eine ältere Liegenschaft an die Fernwärme anschliessen, ist mit einem Rattenschwanz von Zusatzsanierungen zu rechnen. Bild Wikipedia

ZÜRCHER ENERGIEGESETZ
Der Zürcher Gebäudepark soll bis 2040 klimaneutral sein. Diese Idee aus dem Departement des grünen Baudirektors Neukom klingt ja gut und recht, wer soll denn da schon dagegen sein?

Heutige Neubauten werden seit Jahrzehnten ohne Öl- oder Gas-Heizungen gebaut, sondern mit z.B. nachhaltigen Wärmepumpen. Erdsonden, Luft, Grundwasser, Seewasser, Fernwärme, Biomasse (Holz), Solar usw. haben in Sachen Nachhaltigkeit und auch in Sachen Kosten-Nutzen-Wirtschaftlichkeit eine Öl- und Gas-Heizung längst abgehängt. Wieso also sollte man dagegen sein, dass auch noch die Letzten zu ihrem «Glück» gezwungen werden?

Jetzt wird es etwas technischer. Neubauten sind vom neuen Energiegesetz nicht wirklich tangiert. Auch ich bin der Meinung, dass es nicht mehr zeitgemäss ist, in Neubauten fossile Brennstoffe als neue Wärmeerzeugung einzusetzen.

Aber wie sieht dies bei Sanierungen aus? Was wenn in einem Mehrfamilienhaus aus den 70er-Jahren, eigentlich in einem Top-Zustand, der Heizkessel aussteigt? Man dürfte mit diesem extremen Energiegesetz keinen 1:1-Ersatz machen. Gut, doch es gibt Alternativen, votieren die grün angehauchten Energiegesetz- Turbos. Ja, die gibt es durchaus. Nur funktioniert dies nicht so einfach. Ein Wechsel von einem Hochtemperaturnetz (bis zu 70° C Vorlauftemperatur), welches bei einer Öl- und Gas-Heizung vorhanden ist, lässt sich mit einer Wärmepumpe nicht betreiben. Es gibt zwar Möglichkeiten, dies zu überbrücken. Das jedoch schmälert die Energieeffizienz und führt ehrlich gesagt quasi zu einer Elektro-Direktheizung aufgrund des extrem schlechten Wirkungsgrades.

Faktisch Zwang zur Gesamtsanierung

Wie also kann man ein älteres Gebäude von einem Hochtemperaturnetz zu einem Niedertemperaturnetz (Vorlauftemp. von ca. 35°C) umwandeln? Jetzt ist es eben nicht mehr so einfach. Zwar machbar, aber aufwendig und teuer:
– Fassadensanierung (mehr Dämmen)
– Fenstersanierung (neue Fenster sind dichter = weniger Verluste)
– ev. Wechsel von Radiatoren zu Heizwänden

Der Energiebedarf des Gebäudes muss gesenkt werden! Wie man sieht, ist dies kein geringfügiger Eingriff, sondern es geht in Richtung Gesamtsanierung, was vermehrt zu Leerkündigungen und verteuerten Neuvermietungen führt. Wer das extreme Energiegesetz befürwortet, kämpft gegen bezahlbaren Wohnraum, gegen den marktwirtschaftlichen Fortschritt und somit gegen die Zürcher Bevölkerung.

NEIN zu Leerkündigungen und NEIN zum CO2-Gesetz durch die Hintertür, NEIN zum extremen Energiegesetz.

28. Oktober 2021 Michael Frauchiger