Noch eine ist dann mal weg

Kolumne Noch eine ist dann mal weg - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Die meisterhafte Erzählerin ihrer ganz persönlichen Geschichtenversion kommt zum Schluss: «Ich muss eine Pause einlegen.» Bild. Wikipedia

Letzte Woche stand an dieser ­Stelle: «Sie ist dann mal weg». ­Gemeint war SP-Nationalrätin
Jacqueline Badran, die sich unter Absingen wüster Lieder gegen die bürgerlichen Gegner ins Burnout verabschiedete. Als hätte sie die Weltwoche-Kolumne ab­geschrieben, titelt jetzt auch ­Jolanda Spiess-Hegglin: «Ich bin dann mal kurz weg.» Sie befinde sich gerade in einer Lawine. Die meisterhafte Erzählerin ihrer ganz persönlichen Geschichtenversion
kommt zum Schluss: «Ich muss eine Pause einlegen.»

Wer sich mit Jolanda Spiess-­Hegglin befasst, tut gut daran, die ganz grossen Gummistiefel anzuziehen. Tatsachte ist, dass nach jahrelanger Dominanz ihrer Erzählweise die Geschosse in letzter Zeit immer näher bei ihr eingeschlagen haben. Der Bund hat ihrem Verein «Netzcourage» gegen Gewalt im Internet die zuvor bewilligten 192 000 Franken entzogen. Auch die Stadt Basel drehte letztes Jahr den ­Geldhahn für jährlich 20 000 Franken zu. Darum vergisst Spiess-­Hegglin nicht, bei ihrer vorläufigen Verabschiedung ein Konto anzugeben. Gutherzige Zeitgenossen dürfen dort Geld einzahlen.

Auch ihre wichtigsten Bodyguards hängen in den Seilen. Spiess-Hegglin-Bewunderer Nummer eins, Pascal Hollenstein, ist als publizistischer Leiter von CH Media entlassen worden. Spiess-Hegglin-­Bewunderer Nummer zwei, Hansi Voigt, ist mit dem von ihm so heiss ersehnten Medienförderungsgesetz an der Urne krachend gescheitert. Wegen Differenzen mit Spiess-Hegglin flüchtete auch das Co-Präsidium ihres Vereins, die ­Nationalrätinnen Tamara Funiciello (SP) und Greta Gysin (Grüne), aus dem ungemütlichen Amt.

Diesen Monat hat obendrein das Bundesgericht entschieden, auf eine Beschwerde von Jolanda Spiess-Hegglin gegen ein Buch der Tamedia-­Journalistin Michèle Binswanger nicht einzutreten. Weil sie nicht geltend machte, wo ihr ein «nicht wieder gutzumachender Nachteil» entstehe. Nach den verheerenden Sturmtiefs «Nadia» und «Eunice» macht jetzt Sturmtief «Jolanda» mal Pause. Die besten Frauenkenner sind offenbar die Meteorologen: Sie geben den Wirbelstürmen Frauennamen.

 

 

 

25. Februar 2022 Christoph Mörgeli