Projekt Seilbahn abgewürgt

Kanton Projekt Seilbahn abgewürgt - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Publikumsmagnet an der Landesausstellung 1939. Eine 900 Meter lange Seilbahn mit Gondeln verband temporär die beiden Zürichseeufer. Bildarchiv ETH

FRAGWÜRDIGES URTEIL DES ZÜRCHER VERWALTUNGSGERICHTS
Das Zürcher Verwaltungsgericht hat das ZKB-Projekt einer vorübergehenden Seilbahn über dem Zürichsee abgewürgt. Ein schlimmes Urteil, denn es erteilt jeglichem Innovationsgeist eine brüske Absage.

Absage.

Die ZKB wollte der Bevölkerung zu ihrem 150-Jahre-Jubiläum eine Luftseilbahn vom Zürcher Tiefenbrunnen zum Mythenquai schenken. Sie sollte 80 Millionen Franken kosten und nach fünf Jahren wieder abgebaut werden. Die Fahrgäste sollten für eine einfache Fahrt 14 Franken bezahlen.

Beliebtes Projekt

Eine aktuelle Umfrage hatte ergeben, dass ein Grossteil der Bevölkerung die Seilbahn durchaus befürworten würde. Demnach stünden drei Viertel der Bevölkerung dem Projekt neutral bis sehr positiv gegenüber. Auch in den betroffenen Quartieren liege die Zustimmung bei zwei Dritteln der Bevölkerung. Im an und für sich nicht zuständigen Zürcher Gemeinderat hatte sich die linke Mehrheit teilweise sehr gehässig ge­gen dieses Projekt ausgesprochen. Die Seilbahn sei eine Zumutung und entspreche keinem Bedürfnis, war da zu hören.

Touristischer Erlebniswert

Die Seilbahn über das Seebecken wäre als touristischer Erlebniswert für Zürich unbezahlbar gewesen. Die notorischen Querulanten in dieser weitgehend humorlosen Stadt würgen jegliche Innovation einfach ab. Einmal mehr gibt ein Zürcher Gericht den privilegierten Umweltverbänden recht. Die wichtigsten Gründe da­für seien ein fehlender Eintrag für das Projekt im kantonalen Richtplan sowie «überwiegende öffentliche Interessen, die gegen eine Realisierung des Projekts sprechen».

Strenge und innovationsfeindliche Richterschaft

Die kantonale Baudirektion setzte im April 2019 den kantonalen Gestaltungsplan «Seilbahn Mythenquai–Zürichhorn» fest. Im kantonalen Richtplan fehlt ein Eintrag für die Seilbahn. Hingegen gibt es einen solchen im regionalen Richtplan. Wenn ein Projekt Auswirkungen auf Raum und Umwelt ha­be, verlange das Bundesrecht einen Eintrag im kantonalen Richtplan. Auch das gute Argument einer Befristung des Projekts fand vor der strengen Richterschaft keine Gnade.

Statt die Stadt Zürich – auch nach Corona im In- und Ausland als Superdestination zu bewerben, wird hier eine grosse Chance einfach vertan. Gewerbe und Zürich Tourismus rackern sich ab, erhalten aber von der Politik und den Gerichten keinen Support. Anlässlich der Landesausstellung 1939 wurde eine 900 Meter lange Seilbahn mit Gondeln zwischen den beiden Zürichsee­ufern gebaut. Die Seilbahn war eine der grossen Attraktionen der «Landi» im Schatten des Zweiten Weltkriegs. Auch 1959 an der Gartenbau-Ausstellung wurde ein Seilbahn-Projekt verwirklicht. Unsere Vorväter hatten in schwieriger Zeit wahrlich viel mehr Mumm und Innovation in den Knochen!

3. Februar 2022 Reinhard Wegelin