Rot-grünes Wetterleuchten

Fadegrad Nimmersatt - Onlinebote SVP des Kantons Zürich 1

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Vor zwei Wochen meinte man, ein rotgrünes Wetterleuchten im Zürcher Gemeinderat beobachten zu können. Ist bei der linken Mehrheit die Vernunft eingekehrt? Mit der Geschäftsordnung des Gemeinderates behandelten wir die Regeln, wie das Parlament organisiert ist.

Im Januar 2020 erlitt Links-Grün eine empfindliche Niederlage. Die Genderpolizei wurde vom Bezirksrat gestoppt. Das bedeutete, dass Vorstösse der Gemeinderäte nicht mehr auf Gendersprache kontrolliert und Nachbesserungen erzwungen werden konnten. Dies bedauerten insbesondere Vertreterinnen der SP und Vertreter der AL zutiefst. Sie drohten denn auch, das Erfordernis einer «gendergerechten Sprache» in die Geschäftsordnung des Gemeinderates aufzunehmen. Die AL stellte nun den entsprechenden Antrag. Dieser fand jedoch keine Unterstützung bei der SP und den Grünen, wie auch nicht bei den anderen Parteien. Der Gemeinderat lehnte die Genderpolizei mit erdrückender Mehrheit ab. Das ist historisch! Links-Grün hat gegen die Gendersprache gestimmt!

Hat die linke Mehrheit  dazugelernt? Früher kämpfte sie missionarisch für ihre Sprachregeln. Konnte es sein, dass die linke Mehrheit erkannt hat, wie wichtig Sprache in der Demokratie ist? Wie wichtig die freie Sprache und das freie Wort sind? Hat die linke Mehrheit erkannt, dass sie einer Minderheit ihre Sprache nicht aufzwingen darf? Hat sie erkannt, dass «gendern» mit substantivierten Partizipien, mit Genderstern, mit Binnen-I, Unterstrich o.ä. kein korrektes Deutsch mehr ist? Hat die Linke erkannt, dass Gendersprache keinen Beitrag leistet zur Gleichstellung? Dass ein Verfassungsartikel, das Frauenstimmrecht oder das Burkaverbot wirklich etwas in Sachen Gleichstellung leisten, unkorrektes Deutsch aber nicht? Hat die linke Mehrheit erkannt, dass die deutsche Sprache sperrig und unverständlich wird, wenn man durchgehend, immer und überall gendert? Hat die linke Mehrheit gemerkt, dass sich die Mehrheit der Leute nicht um Gendersprache schert? Dass sich die Leute im Gegenteil daran stören? So viel Erkenntnis bei den Linken und das in so kurzer Zeit? Das können wir kaum glauben! Doch warum lässt die Linke ein ihr wichtiges Anliegen fallen?

Die Antwort ist: Wir sind im Wahlkampf. Hätte Links-Grün die Genderpolizei erneut installiert, ich hätte sie wieder bekämpft, mit allen Mitteln. Ein tolles Geschenk im Wahlkampf! Das wussten SP und Grüne. Und sie fürchteten sich davor. Der SP-Sprecher lieferte grad noch den Beweis. Er sagte, die SP verfechte die Gendersprache nach wie vor mit Überzeugung, aber «wir wollen das Gstürm nicht noch einmal». Das zeigt uns zweierlei: Erstens, kein Wetterleuchten der Vernunft bei Links-Grün, und zweitens, was die SP von Demokratie hält: Wenn eine Minderheit für demokratisches Recht kämpft, dann ist das ein «Gstürm».

11. April 2021 Susanne Brunner