Selbstverteidiger Balthasar Glättli

Kolumne Selbstverteidiger Balthasar Glättli - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Glättli bekämpft im engen Verbund mit der GSoA «den Kauf neuer Kampfjets und damit die Verschwendung von mehreren Milliarden Franken für eine überholte Armee». Bild Wikipedia

Im letzten «Sonntalk» von Tele Züri meinte der Grünen-Präsident Balthasar Glättli, er sei bei seinem Kampf für den Weltfrieden oft angesprochen worden: «Was würdest du tun, wenn ein bewaffneter Angreifer käme?» Da, so Glättli, sei seine Antwort jeweils gewesen: «Für meine Selbstverteidigung würde ich mich dann auch verteidigen.»

Nationalrat Balthasar Glättli steht also ein für das Selbstverteidigungsrecht des Einzelnen. Gut so. Er steht auch ein für das Selbst­verteidigungsrecht der Ukrainer. Ebenfalls nachvollziehbar. Nun gibt es aber ein Land, dessen Wehrbereitschaft einzig und allein auf der Selbstverteidigung beruht. Dieses Land heisst Schweiz. Unsere Armee beseelt nicht der Wille zur Macht, sondern der Wille, der Macht zu widerstehen. Die Schweizer Wehrhaftigkeit rechtfertigt sich allein aus dem Gedanken des Widerstandswillens – aber nicht eine Handbreit darüber hinaus.

Nun will sich also der dienstuntaugliche Balthasar Glättli selbstverteidigen. Offenbar mit den Fäusten, plädiert er doch für «die Verbannung der Waffen aus dem privaten Umfeld». Sein Ziel besteht darin, «dass die Armee und das Militärbudget verkleinert werden». Glättli bekämpft im engen Verbund mit den Armee­abschaffern der GSoA «den Kauf neuer Kampfjets und damit die Verschwendung von mehreren Milliarden Franken für eine überholte Armee». Er kämpft für die Abschaffung der Wehrpflicht. Wörtlich meint er, die Grünen stünden «auf der Seite der Skeptiker bezüglich Armee». Zum Schutz der Bevölkerung brauche es «nicht Milliarden für die Armee, sondern unter anderem fürs Klima».

Balthasar Glättli hat früher als Pazifist dem Krieg den Krieg erklärt. Mit aller Gewalt wollte er den Krieg verhindern. Eben noch glaubte Glättli, er könne durch gutes Zureden Wölfe zu Vegetariern machen. Er schwächte und kritisierte die Schweizer Selbst­verteidigungsarmee, wo er nur konnte. Jetzt ist bei ihm die Selbstverteidigung Trumpf. Und der bewaffnete Kampf der Ukrainer. Die Wendigkeit des Grünen-Chefs erstaunt. Dabei heisst er doch Glättli, nicht Aalglättli.

7. April 2022 Christoph Mörgeli