Sie ist dann mal weg

Kolumne Sie ist dann mal weg - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Am Montag gab Jacqueline Badran bekannt sie müsse sich auf «dringliches» Anraten ihres Hausarztes eine Auszeit nehmen.

Der Fernsehmoderator von «10 vor 10» verkündete die «Personalmeldung» mit Leichenbittermiene – als hätte soeben König Elizabeth das Zeitliche gesegnet. Tatsächlich ging es um SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, die eine Auszeit bis zum Sommer angekündigt hat. Was unsere Staatsrundfunkanstalten tatsächlich in die Krise stürzt. Mit wem ums Himmels Willen sollen sie bis dahin ihre Sendungen füllen? Sandro Brotz von der SRF-«Arena» wünschte ihr jedenfalls augenblicklich «gute Erholung und bis bald in Studio 8».

Auf «dringliches» Anraten ihres Hausarztes müsse sie sich eine Auszeit nehmen, gab Jacqueline Badran am Montag bekannt. Ihr Hausarzt ist zumindest ein guter Politiker. Denn Badrans zwingend erforderliche Schonung terminierte er exakt auf den Tag nach dem Abstimmungssonntag. Sodass sie als Siegerin noch publikumswirksam in die Kameras heulen konnte. Jeder Franken, der an den Staat statt in die Wirtschaft fliesst, ist den Linken eine Freudenträne wert.

Badran wäre nicht Badran, wenn sie die Ursache ihrer «physischen und psychischen» Beschwerden nicht genaustens diagnostizieren könnte. Schuld ist selbstverständlich weder ihr Kettenrauchen noch ihr Übergewicht. Sondern das «Politikversagen der Mitte-Rechts-Mehrheiten». Krank machen die SP-Frau neben «Klimakrise» und «Kapitaleigentümer» obendrein «die Renten, die explodierenden Miet- und Immobilienpreise, die Energiewende, das Artensterben, die Ungleichheit, die Desinformationskriege, die Armut auch bei uns».

Doch wie nimmt sich für jene Mitmenschen Badrans luxuriöse Auszeit aus, die wirklich mit der Armut kämpfen? Was meinen ­alleinerziehende, berufs­tätige Mütter zum Erholungsquartal der kinderlosen Berufspolitikerin? Was empfinden hart arbeitende Familienväter, die von früh bis spät arbeiten und jede Ausgabe überdenken müssen? Nicht alle führen ein Leben zwischen Zürichberg-Villen, Sankt Moritzer Skipisten, Bundeshauskuppel, Fernsehkameras und Radiomikrofonen. Und wird sich Jaqueline Badran wirklich an ihre Auszeit halten? Oder kommt es zum lautstärksten Schweigen, das wir je erlebt haben?

17. Februar 2022 Christoph Mörgeli