Sind Polyamoröse keine Gotteskinder?

Kolumne Sind Polyamoröse keine Gotteskinder? - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

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«Gott ist für die Gleichberechtigung », urteilt die lesbische Pfarrerin Priscilla Schwendimann. Die professionelle Auslegerin des Wortes Gottes weiss ganz genau, dass Gott ein Ja zur Vorlage «Ehe für alle» in die Urne legen würde. Sofern er in der Schweiz stimmberechtigt wäre. Was die anmassende Gottes-Interpretin Schwendimann wohl als durchaus wahrscheinlich beurteilt. Sie wurde soeben zur ersten reformierten Theologin der LGBTQ-Gemeinde in Zürich berufen. Die «Regenbogenpfarrerin » leitet künftig im «Regenbogenhaus» ein siebenköpfiges Team. Ohne dass eine Stellenausschreibung bekannt geworden wäre.

Priscilla Schwendimanns Social-Media- Projekt heisst «Heilige Scheisse» und wird von einer Stiftung und den Kirchensteuerzahlern getragen. Sie wolle die Kirche bunter, diverser und offener für die LGBTQ-Gemeinde gestalten. Angesprochen sind Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und «Queere», die generell von der gängigen Norm der sexuellen Orientierung abweichen.

Die neue bunte, diverse und offene Kirche müsste allerdings auch die «Polyamorösen» einschliessen – also jene Mitmenschen, die einvernehmlich und vertrauensvoll mehr als einen Partner lieben. Doch genau wegen dieses mutmasslichen Tatbestands hat die ach so moderne Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) ihren fähigen Präsidenten Gottfried Locher auf dem moralischen Scheiterhaufen verbrannt. Wie die heilige Inquisition hat sie Locher zum Teufel gejagt und dessen Sexualität mit vielen Anwälten, PR-Fritzen und Hunderttausenden von Franken geahndet und verdammt.

Über Gottfried Locher predigen und moralisieren die angeblich so progressiven kirchlichen Machthaber, als trügen sie immer noch gepuderte Perücken. Besonders der Zürcher Kirchenratspräsident Michel Müller schwang sich zum Wortführer der sittlich Empörten auf. Dabei ist er der erste Vorsteher seiner fünfhundertjährigen Kirche, der sich von seiner Frau getrennt hat. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. In der Kirche singen immer die besonders laut, die besonders falsch singen.

9. September 2021 Christoph Mörgeli