Staatsangestellter verteidigt Staat

Kolumne Staatsangestellter verteidigt Staat - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Die «NZZ» stellt Marco Jorio als «Kenner der Neutralitätsgeschichte» vor. Den Grund kennt sie allein. Denn Jorio hat nicht einmal in seinem eigenen Lexikon den Artikel über die Neutralität verfasst. Bild: Wikipedia

«Nun fällt uns die Neutralität vor die Füsse», behauptet der Historiker Marco Jorio in der «NZZ». In Wahrheit fällt uns jetzt die Preisgabe der Neutralität vor die Füsse. Indem die Schweiz von der Atommacht Russland auf die Liste «feindlicher Staaten» gesetzt wurde. Und weil alle Welt darüber berichtet, dass sich unser Land durch seine Russland-Boykotte von der Neutralität verabschiedet habe.

Marco Jorio kritisiert Christoph Blochers Aussage, die Schweiz sei durch Übernahme der EU-Sanktionen Kriegspartei geworden. Wirtschaftskrieg ist für Jorio kein Krieg. Die Schweiz nehme ja «an der bewaffneten Auseinandersetzung gar nicht teil». Erwartet Jorio, dass wir Bürger dem Bundesrat noch danken müssen, dass er die Schweizer Armee nicht in den Krieg in die Ukraine schickt?

Der kluge Herr Jorio findet ­Blochers Aussage «dumm». Und «völlig daneben», «falsch» und «grundlos». Der pensionierte Staatsangestellte eilt seinem Staat zu Hilfe. Marco Jorio leitete nämlich das Projekt «Historisches Lexikon der Schweiz», das 136 Millionen Steuerfranken gekostet hat: dreizehn Bände, verfasst von Fremdautoren. Wobei Jorio fast dreissig Jahre lang öffentlich ­finanziert wurde. Er brachte es fertig, im Lexikon Christoph ­Blocher zu unterschlagen – im Gegensatz etwa zu CVP-Bundesrätin Ruth Metzler.

Die «NZZ» stellt Marco Jorio als «Kenner der Neutralitätsgeschichte» vor. Den Grund kennt sie allein. Denn Jorio hat nicht einmal in seinem eigenen Lexikon den Artikel über die Neutralität verfasst. Dafür verschweigt das Blatt beim Generalangriff auf Christoph Blocher, dass Jorio einmal Zürcher CVP-Sekretär und Stadtberner CVP-Präsident war. Er ­verdankte die Lexikon-Beamtung seinem Parteikollegen Flavio Cotti und seinem Tessiner Namen. Die CVP war seit je optimales Schmiermittel für Pöstchen und Pfründe. Nachdem seine langjährige Anstellung geendet hatte, endete auch Jorios CVP-Mitgliedschaft. Marco Jorio politisiert heute als Grünliberaler im Worber Parlament. Als Christdemokrat konnte er besser rechnen. Als Grünliberaler kann er besser abrechnen.

18. März 2022 Christoph Mörgeli