Steckt die Ambulanz bald im Stau?

Kantonsrat Steckt die Ambulanz bald im Stau? - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

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KOMMENTAR ZUR RATSSITZUNG

Am Montag hat der Kantonsrat den kantonalen Richtplaneintrag für das Stadtzürcher Quartier Lengg beraten. Auf der Lengg befindet sich bereits heute das schweizweit grösste Gesundheitszentrum der Schweiz mit rund 9000 Angestellten und 1500 Betten. Auf dem Gebiet befinden sich die Privatklinikgruppe Hirslanden, die Universitätsklinik Balgrist und die Psychiatrische Universitätsklinik. Hinzu kommen Pflegezentren und ab 2023 soll auch das neue Kinderspital eröffnet werden.

Mit dem Richtplaneintrag «Gesundheits- Cluster-Lengg» werden den Institutionen Vorgaben für die weitere Entwicklung gemacht. Die SP und Grünen versuchten, die Entwicklung der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) einzugrenzen, um den angrenzenden historischen Obstgarten zu schützen. Sie unterlagen aber einer Mehrheit von SVP bis GLP. Somit ist eine Gleichbehandlung aller Institutionen gegeben und sie können ihre Ausbaupläne weiterverfolgen.

Doch wie kommen die tausenden Arbeitnehmer, Patienten und Besucher auf die Lengg? Es gibt eigentlich nur einen Weg: Über die Forchstrasse, ob aus der Stadt oder von der Forch hinunter. Die Forchstrasse, die Forchbahn sowie die Tramlinien aus der Stadt sind jedoch bereits heute überlastet. Realisieren die Institutionen die geplanten Ausbauten, wird gemäss Verkehrskonzept mit einem Mehrverkehr von 30% bis 2025 und von 80% bis 2040 gerechnet. Wie wird das Verkehrsproblem gelöst? Überhaupt nicht. Das ÖV-Angebot kann mit der bestehenden Infrastruktur nur noch leicht ausgebaut werden. Dank einem Antrag der SVPBaukommissions- Delegation muss die Baudirektion für die Verbesserung des ÖV-Angebots weitere Optionen vertieft prüfen und allenfalls auch visionäre Optionen wie eine unterirdische ÖV-Führung in Betracht ziehen. Für die SVP ist klar, dass auch die Kapazitäten für den Motorisierten Individualverkehr (MIV) ausgebaut werden müssen, um das Verkehrsproblem in der Lengg zu lösen. Wir stellten den Antrag für eine unterirdische zentrale Parkierungsanlage und dass keine Fahrtenbegrenzung eingeführt wird. Die Klimaallianz von EVP, GLP, Grüne, SP und AL obsiegte jedoch mit ihrem Antrag, den MIV auf 11 600 Fahrten pro Tag zu begrenzen. Somit kann ab 2025 nur noch jede dritte Person mit dem Auto in die Lengg gelangen. Die Folge: Angestellte müssen mitten in der Nacht nach ihrer Schicht mit dem Velo nach Hause. Eltern mit ihrem Kleinkind mit 40°C Fieber mit dem ÖV in den Notfall oder dann eben im Stau stecken bleiben. Oder der Mann, der seiner Frau nach einem Notfall mit dem ÖV ihre Kleider und ihre Lieblingsbücher ins Spital bringt. Gemäss Andreas Hasler GLP, müsse die Mutter mit ihrem Kind eben zum Hausarzt, dann bleibe sie vor dem Notfall nicht im Stau stecken. Ich kann ab solchen Aussagen und der nur noch ideologisch handelnden Klimaallianz im Zürcher Kantonsrat nur noch den Kopf schütteln. Um die Verkehrsprobleme in der Lengg zu lösen, braucht es einen starken Infrastrukturausbau für den ÖV und den MIV. Der Verkehrskollaps in der Lengg ist dank der links-grünen- Ideologie, immer mehr Leute, aber ja keine Infrastrukturbauten für den Verkehr vorprogrammiert.

11. Juni 2021 Domenik Ledergerber