Tagesbefehl von General Henri Dufour vom 22. November 1847

Hintergrund Tagesbefehl von General Henri Dufour vom 22. November 1847 - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Krieg auf Schweizer Boden: das Gefecht von Geltwil 1847. Bild Wikipedia

WAS UNS SCHWEIZER AUS UNSERER GESCHICHTE LERNEN LÄSST
In diesem Jahr jährt sich der Sonderbundkrieg zum 175. Mal. Dieses Ereignis – der letzte Krieg auf Schweizer Boden – hat die Schweiz bis heute geprägt. Die Sieger zeigten Grossmut und der Föderalismus wurde ein wichtiger Teil der neuen Eidgenossenschaft.

RoMü. Man muss kein Historiker sein, um die aktuellen Ereignisse in und rund um die Ukraine einordnen zu können. Doch für den Kleinstaat Schweiz ist dieser Krieg einmal mehr der Beweis, dass sich unsere manchmal auch unangenehmen Seiten der direkten Demokratie und einer eigenen unabhängigen Armee nun seit 175 Jahren bewährt haben.

Der aktuelle Krieg zeigt zudem, dass sich eine gewisse Blauäugigkeit seit nun 30 Jahren nach dem Fall der Mauer rächt. In Anbetracht eines friedlichen Europas konnte sich vor allem die politische Linke kaum noch kriegerische Auseinandersetzungen auf dem europäischen Kontinent vorstellen. Dies, obwohl im Vielvölkerstaat Jugoslawien über Jahre hinweg ein Krieg geführt wurde, welcher das Land auseinanderbrechen liess. Bis heute sind dort die Probleme nicht gelöst und die Schweiz steckt immer im Schlamassel von Kosovo.

Überall wurden in vielen westlichen Staaten und insbesondere in Westeuropa die Budgets für die Armeen heruntergefahren. Als vor einigen Jahren der amerikanische Präsident Trump von den Europäern forderte, zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) für die Rüstungsausgaben einzusetzen, wurde dies zurückgewiesen. Kürzlich aber verkündete ausgerechnet die rot-grüne Regierung in Deutschland, nun dieses Ziel umzusetzen und zugleich zusätzlich 100 Mrd. Euro in die Armee zu stecken.

Gerade die aktuell von grün-roter Seite in der Schweiz laufende Sammlung von Unterschriften für das Referendum gegen den Kauf von neuen Kampfjets zeigt, dass hier die linke Politik trotz grossen Worten und viel Zuspruch für die Ukraine nicht die notwendigen Lehren zieht. Nur ein unabhängiges Land, welches sich auf seine eigene Armee und Verteidigung stützen kann, ist in der Lage, sich auch in schlimmen Krisen als freies Land zu behaupten.

«Denkt nur an die Erfüllung der Pflichten»

Eindrucksvoll lassen sich die Sätze im Tagesbefehl von Sonderbundskrieg-Ge­neral Henri Dufour lesen. Im Bewusstsein, dass zum Abschluss des Sonderbundskriegs mit der Eroberung und dem Einmarsch in Luzern viele Unbekannte vorhanden waren, erliess der General in seinem am 22. November 1847 erlassenen Tagesbefehl einen unmissverständlichen Aufruf an die Truppen, im Siegestaumel nicht übermütig zu werden.

«Ihr werdet in den Kanton Luzern einrücken. Wir Ihr die Gränzen überschreitet, so lasst Euren Groll zurück und denkt nur an die Erfüllung der Pflichten, welche das Vaterland Euch auferlegt.

Zieht dem Feind kühn entgegen, schlagt Euch tapfer und steht zu Eurer Fahne bis zum letzten Blutstropfen.

Sobald aber der Krieg für uns entschieden ist, so vergesset jedes Rachegefühl, betragt Euch wie grossmüthige Krieger, verschont die Ueberwundenen, denn dadurch beweist waren Muth. Thut unter allen Umständen, was ich Euch schon so sehr empfohlen habe: Achtet die Kirchen und alle Gebäude, welche dem Gottesdienst geweiht sind! Nichts befleckt Eure Fahne mehr, als Beleidigungen gegen die Religion. Nehmt alle Wehrlosen unter Euren Schutz; gebt nicht zu, dass dieselben beleidigt oder gar misshandelt werden. Zerstört nichts ohne Noth, verschleudert nichts; mit einem Wort, betragt Euch so, dass Ihr Euch Achtung erwerbet und Euch stets des Namens, den Ihr traget, würdig zeiget.»

Der Sonderbundskrieg mündete dann nach der Zustimmung einer Mehrheit der Kantone in einer neuen Bundesverfassung als überfälliger Ablösung der Tagsatzung. Es darf nicht vergessen werden, dass man dazumal die Lehren aus der jüngsten Geschichte direkt in die neue Bundesverfassung einfliessen liess.

Historiker sprechen dabei bewusst von einer breit abgestützten Kompromisslösung, bei der die siegreichen Kantone massiv Rücksicht auf die geschlagenen Sonderbundskantone nahmen. So wurde der Souveränität der Kantone ein grosser Stellenwert eingeräumt, indem man stark auf föderalistische Strukturen setzte. Dazu gehörten die Einführung des Ständerates und des Ständemehrs oder auch die Schulhoheit, welche weiterhin bei den Kantonen blieb.

20. Mai 2022 SVP Kanton Zürich