Typenentscheid zugunsten F-35A gefallen

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Das neu zu beschaffende Kampfflugzeug F-35A für die Schweizer Armee. Bild VBS/DDPS

BESCHAFFUNG NEUES KAMPFFLUGZEUG
Der Entscheid des Bundesrats, 36 Kampfflugzeuge des Typs F-35A des US-Herstellers Lockheed Martin zu kaufen, ist zu begrüssen. Der Bundesrat stützt seinen Entscheid auf eine umfangreiche und professionell durchgeführte technische Evaluation der vier zur Auswahl gestandenen Kampfjet-Typen. Der F-35A erzielte indes in der Evaluation mit grossem Abstand den höchsten Gesamtnutzen und zugleich die tiefsten Gesamtkosten.

Über mehrere Jahre hinweg und innerhalb eines aufwendigen Auswahlverfahrens hat ein Beschaffungsteam bestehend aus rund 70 Fachspezialisten das für unser Land am besten geeignete Kampfflugzeug als Ersatz für die veralteten F/A-18C/D evaluiert. Als Hauptevaluations-Kriterien dienten dabei die «Fähigkeiten» (Gewichtung 55%), «Support/Logistik» (25%), «Kooperation» (10%) und «Industrie-Beteiligung» (10%). Selbst in ausländischen Fachkreisen fand dieser Prozess mit seinen definierten Kriterien breite Anerkennung. In einem am 3. Mai 2021 in der NZZ publizierten Interview führte die Chefin VBS, Frau Bundesrätin Viola Amherd, dazu aus, dass sie es nicht vertreten könnte, aus politischen Gründen ein Flugzeug zu kaufen, das viel teurer oder viel schlechter ist als ein anderer Mitwettbewerber.

Allfällige politische Überlegungen sollen erst beim Vorliegen von vergleichbaren Evaluationsergebnissen der verschiedenen Kampfjet-Typen angestellt werden. Und nun hat der Bundesrat seine Wahl basierend auf dem besten vorliegenden Kosten-Nutzen-Verhältnis getroffen. Dieser Entscheid ist zu begrüssen!

Darum braucht die Schweiz ein neues Kampfflugzeug

(Auszug aus dem Bericht «Air2030», 09.2019, VBS) Die Schweiz überwacht mit der Luftwaffe den Luftraum und schützt diesen insbesondere mit Kampfflugzeugen und mit den Mitteln der bodengestützten Luftverteidigung. Bei erhöhten Spannungen dient die Luftwaffe dazu, bewaffnete Konflikte fernzuhalten. Im Fall eines Angriffs verteidigt sie den Luftraum und unterstützt die eigenen Truppen am Boden.

Die heute im Einsatz stehenden Kampfflugzeuge erreichen bald ihr Nutzungsende. Die 30 F/A-18 Hornet wurden 1997 eingeführt. Dank einer Nutzungsdauerverlängerung können diese noch bis rund 2030 eingesetzt werden. Eine weitergehende Nutzungsdauerverlängerung wäre aufwendig und mit grossen technischen und finanziellen Risiken verbunden. Die vorhandenen F-5 Tiger sind seit über 40 Jahren im Dienst und deren Technologie stammt teilweise aus den 1950er-Jahren. Die F-5 Tiger wären im Luftkampf gegen einen modernen Gegner chancenlos. Die F-5 Tiger werden heute nur noch zur Entlastung der F/A-18-Flotte eingesetzt, zum Beispiel für die Zieldarstellung, für die Ausbildung, für die Patrouille Suisse und beschränkt bei Tag und guter Sicht für den Luftpolizeidienst. Um auch in Zukunft über moderne und duellfähige Kampfflugzeuge zu verfügen, drängt sich die Ablösung der F/A-18 Hornet und der F-5 Tiger der Schweizer Luftwaffe bis 2030 auf.

Die kritischen Stimmen der «heuchlerischen» Experten zum Typenentscheid

Unmittelbar nachdem der Bundesrat den Typenentscheid offiziell kommuniziert hat, wurden sogleich die Stimmen der selbsternannten Experten laut. Innert Stunden verfiel die schweizerische Medienlandschaft, gleich wie schon 2014 bei der «Grippen-Abstimmung», wiederum in die Typen-Diskussion. Der Entscheid zugunsten des F-35A sei aus technischen, finanziellen und politischen Gründen nicht nachvollziehbar, so lautet der aktuelle Konsens unter diesen Experten.

Schaut man diesen warnrufenden Gremien allerdings etwas genauer in deren Agenda, lassen sich die wahren Gründe ihrer «Besorgnisse» umgehend erkennen. Der laute Aufschrei der GSoA (Gruppe Schweiz ohne Armee), welche unverzüglich die Initiative gegen den F-35 ankündigte, basiert ganz einfach im «Raison d’Être» dieser Organisation. Per se muss von dieser Seite her immer mit einer ablehnenden Gegenreaktion gerechnet werden. Die Exponenten der sozialdemokratischen Partei der Schweiz konnten nicht schnell genug vor Mikrofon und Kamera gelangen, um ihre vorbereiteten und eintrainierten Phrasen zu verbreiten. In Kenntnis des aktuellen Parteiprogrammes der SP (Seite 45, Punkt 5 – Die SP setzt sich für die Abschaffung der Armee ein. Bis dieses Ziel erreicht ist, soll die Schweizer Armee massiv ab- und umgebaut werden.), wirken deren pseudo-intellektuellen Äusserungen zum Typenentscheid mehr als nur peinlich (um nicht zu sagen verlogen). Auch die grünen Gründe der im Chor angestimmten Entrüstungsäusserungen sind offiziell auf der Homepage der Grünen, im Bereich «Frieden und Sicherheit», zu lesen: «Wir treten zudem für eine Abrüstung der Schweizer Armee und für eine Stärkung des Zivildienstes ein.» Ein paar Minuten Recherche im Internet reichen aus, um die aufgeflammten kritischen Stimmen richtig einordnen zu können.

SVP Zürich verlässt sich auf echte Experten

Das eingangs erwähnte Auswahlverfahren, welches die rund 70 Fachspezialisten durchgeführt haben, ist abgeschlossen. Der «Kurzbericht Evaluation» liegt vor und der Bundesrat hat seine Typenentscheidung gefällt. Nun gilt es, im Beschaffungsprozess des neuen Kampfflugzeuges zügig voranzuschreiten und dabei möglichst alle unredlichen Verzögerungsaktionen zu verhindern.

Die Zürcher SVP will eine Gesamterneuerung der Luftwaffe und bekämpft eine weitere Reduktion der Kampfflugzeuge (Parteiprogramm der Zürcher SVP). In diesem Sinne ist der gefällte Typenentscheid, welcher den F-35A als bestes Kampfflugzeug für die Schweiz auszeichnet, zu begrüssen und zu unterstützen.

8. Juli 2021 Michael Trachsel