Umfassende Renovation der Aussenhülle ist abgeschlossen

Hintergrund Umfassende Renovation der Aussenhülle ist abgeschlossen - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Das Schloss Schwandegg in Waltalingen präsentiert sich nach der umfassenden Aussenrenovation als Wahrzeichen im Zürcher Weinland.

SCHLOSS SCHWANDEGG IN WALTALINGEN
Die umfassende Aussenrenovation des Schlosses Schwandegg in Waltalingen ist abgeschlossen. Nun strahlt das stattliche Schloss im neuen Glanz, nachdem der Kanton Zürich 1,3 Mio. Franken investiert hat. Doch nun stösst die geplante Aussenbeleuchtung auf Widerstand.

RoMü. In Waltalingen am Eingang ins Stammertal trohnt unübersehbar das erstmals 1218 schriftlich erwähnte Schloss Schwandegg. Es ist seit 1974 als Kulturgut im Besitz des Kantons Zürich. Es liegt in der regionalen Freihaltezone und steht auch entsprechend unter Schutz. Das gesamte Schloss mit seinen kulturhistorisch wertvollen Räumlichkeiten wird heute als Restaurant und Hotel genutzt und ist entsprechend verpachtet. Nun strahlt es im vollen neuen Glanz. Für das umfassende Sanierungsund Instandsetzungsprojekt der gesamten Fassade am Schlossteil, welche im vergangenen Herbst in Angriff genommen wurde, investierte der Kanton beachtliche 1,3 Mio. Franken. So wurden unter anderem auch die 17 Turmfenster und 110 Holzfensterläden ersetzt. Zudem sind auch die Wappen an der Aussenwand des Gebäudetraktes mit dem Rittersaal aufgefrischt worden. Dass das Schloss jetzt zudem von allen Seiten derart gut einsehbar ist, ist dem Gewittersturm am frühen Morgen des 2. Augusts 2017 sowie dem Sturm Burglind zuzuschreiben, welche viele hohe Bäume rund um das Schloss gefällt haben.

Keine Freude an Aussenbeleuchtung
Nun will der Kanton Zürich das Schloss auch während der Nachtstunden zum Blickfang machen. Das zuständige Hochbauamt des Kantons Zürich plant, eine umfassende Aussenbeleuchtung für die Nacht rund um das Schloss zu installieren. Die entsprechende Baupublikation ist am 19. März 2021 erfolgt. Doch gegen dieses Vorhaben erwächst Widerstand aus der Anwohnerschaft. «Ich bin schon erstaunt, dass man in dieser vorschriftenmässig sehr heiklen Zone mehrere Masten mit Beleuchtungskörpern aufstellen kann, wenn im Dorf Waltalingen nicht einmal Solarzellen erlaubt sind», meint ein Anwohner, welcher bereits einen Baurechtsentscheid verlangt hat. Er und weitere stören sich zugleich am damit zusätzlich geschaffenen Lichtsmog. Denn rund um das Schloss gibt es zahlreiche Fledermauskolonien, welche bekanntlich nachtaktiv sind. Die Anwohner befürchten nun, dass diese künstlichen Lichtquellen entsprechend einen direkten negativen Einfluss auf ihren Lebensraum und ihr Verhalten schaffen und diese allenfalls vertreiben können.

Scheinwerfer als Insektenkiller
So leiden auch eine Vielzahl an nachtaktiven Insekten unter solchen künstlichen Lichtquellen in der Nacht. Diese sorgen zugleich dafür, dass viele nachtaktive Lebewesen aller Art nebst Insekten und Fledermäusen einem zusätzlichen Stress ausgesetzt sind. Forscher gehen davon aus, dass allein in Deutschland mit 7 Millionen Strassenlaternen pro Strassenlaterne und Tag 150 Insekten verenden. Nächtliche Jäger finden so ihre Beute einfacher, andere vom Licht angezogene Lebewesen aller Art gehen qualvoll ein und fehlen somit in der gesamten Nahrungskette, wo Jäger und Gejagte und nicht das Licht eigentlich für das natürliche Gleichgewicht sorgen müssten. «Ich kann auch nicht verstehen, dass der federführende Kanton Zürich als Bauherr in den laufenden Energiediskussionen zusätzlichen Stromverbrauch schafft», so ein Opponent.

WECHSELVOLLE GESCHICHTE

Ritter, Konstanzer Bürgermeister und Zürcher Patrizier als Schlossherren
Das Adelsgeschlecht von Schwandegg baute die Burg. Diese kam nach dessen Aussterben an Hans von Münchwil, 1470 an die Familie von Schönau, 1502 an Gregorius von Roggwil, Obervogt zu Konstanz, 1537 an den Bauern Anton Hermann, unter dem die Anlage mehr und mehr verfiel. 1553 kaufte sie der Konstanzer Bürgermeister Thomas Blarer. Danach wechselte die Burg mehrfach ihren Besitzer. 1677 gehörte sie Hans Caspar Escher, 1770 dem Zürcher Rittmeister Hans Konrad Bürkli. Wiederum folgten einige Besitzerwechsel. 1933 wurde der Nordwestflügel ein Raub der Flammen. 1974 schliesslich kaufte der Kanton Zürich das Anwesen.

21. Mai 2021 SVP Kanton Zürich