Vereinbarkeit von Familie und Politik

Fadegrad Hasta la vista, Winterthur - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

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Die Aufgabe von Politkern ist es, sich für das Wohl und die Interessen der Bevölkerung einzusetzen. Um diese Aufgabe richtig wahrnehmen zu können, müssen Politiker sich selbst hintanstellen ­können. Es geht nicht um sie, ihre Anliegen oder ihre Karriere; sondern um die Sache und die Bürger.

Es scheint, dass Politiker – insbesondere gewollt kinderlose, also Karrierepolitiker – diese entscheidende Charaktereigenschaft vermehrt nicht mehr zeigen. Anstatt für andere einzustehen, konzentriert man sich lieber darauf, nichts zu tun, was eine Wiederwahl gefährden könnte. Solche Politiker haben vergessen, dass mit ihrer Wahl eine Aufgabe verbunden ist. Diese Aufgabe ist die Volksvertretung und nicht bloss, bis zur nächsten Wahl gute PR zu machen. Ebenso ist das Elternsein mit der Aufgabe verbunden, für das Kind zu sorgen. Wenn nun kinderlose Politiker sich für die Zukunft einsetzen wollen, frage ich mich, welche Zukunft sie dabei meinen. Ihre eigene oder tatsächlich jene von nachkommenden Generationen und Kindern. Wie soll sich jemand aufrichtig für Kinder und die Zukunft einsetzen können, wenn er im Privatleben für bessere Karrierechancen ganz bewusst auf Kinder verzichtet?

Es sind Kinder, die uns Bescheidenheit lehren. Durch Kinder lernen wir, uns selbst zurückzustellen und für jemand anderen zu sorgen. Mit ihnen erfahren wir neue Lebensperspektiven, erhalten ein neues Zeitgefühl und vor allem ändern wir unsere Prioritäten zugunsten der Kinder und passen folglich unsere Handlungen an. Eltern sind dann glücklich, wenn ihre Kinder glücklich sind. Dasselbe sollte für die sogenannten Volksvertreter eigentlich auch gelten. Dadurch, dass sie aber einen Grossteil ihres Lebens in einer Blase mit anderen elitären Bürokraten verbringen, verlieren sie jegliche Verbindung zu denen, die sie vertreten und für die sie sorgen sollten. Ob die Bürger glücklich sind, ist egal; solange sie einen wiederwählen.

Durch die starke emotionale Verbundenheit mit Kindern üben sich Eltern überdies stark in Selbstreflexion. Das Hinterfragen von den eigenen Handlungen, Absichten und insbesondere deren Auswirkungen auf die Kinder und andere Mitmenschen führen dazu, dass man seine Aufgaben besser macht. Man will ja seinem Kind schliesslich nicht schaden. Ist man sich jedoch selbst der Nächste, will man in erster Linie sich selbst und seiner Karriere nicht schaden. Wer so Politik machen will, macht aber keine Politik, sondern reine Selbstvermarktung.

18. März 2022 Daniel Oswald