Verkehrter Import – mutierte Viren statt Impfstoff

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Fahrt in den Abgrund: Mit einer 22 Millionen Franken teuren Kampagne für Skiferien in der Schweiz britische Viren geholt statt Impfstoffe. Bild: Bernhard im Oberdorf

Absurditäten in Bundesbern
Mit seiner unter den Tisch gewischten törichten 22-Millionen-Kampagne für Winterferien in der Schweiz hat Bundesbern eine Keule gefertigt: Daraus folgen scharfe Massnahmen, mit denen Volk und Wirtschaft geprügelt werden. Geradezu absurd ist, dass der Bund mit dem Geld mehr Impfstoffe hätte sichern können.

Es war nicht überraschend, als der Impfstart ins Stocken geriet, hatten wir in dieser Zeitung doch die Frage gestellt, ob der in der Schweiz eher langwierige Prozess der Zulassung der Impfstoffe auch damit zu tun haben könnte, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Rücken frei zu halten, wenn es mit dem Impfen schleppend vorangehen könnte. Zwar kam die Zulassung überraschend, doch Verzögerungen sind Wirklichkeit geworden.

Absurde Prioritäten

Die Knappheit der Impfstoffe kann nicht bloss auf internationale Engpässe abgeschoben werden: Der Bund hätte Verträge für grössere Reserven mit mehr Herstellern abschliessen können. Wohl hatte man beim BAG mit diesem Minimalismus – wird alles geliefert, reicht es, anders als in vielen Ländern, nicht einmal voll für die ganze Bevölkerung – am falschen Ort gespart. Weit weniger Skrupel hatte die Direktion bei Schweiz Tourismus, der Marketing- Organisation des Bundes. Das Budget dieser Organisation von 56 Millionen Franken wurde in Corona-Zeiten nochmals um 40 Millionen Franken aufgestockt. Da profilierte man sich mit einer Kampagne für Winterferien in der Schweiz, 22 Millionen Franken wurden in den Triebschnee gesetzt. Zuvor hatte der Bundesrat – der Lobby des Wintersportes sei es verdankt – die Skigebiete inklusive Hotels geöffnet, derweil in Frankreich sowie in Italien alles stillgelegt war und Österreich, um den Massentourismus abzuhalten, die Hotels geschlossen liess. Nach dem «fait accompli» einer derart teuren Kampagne war es in Bern kaum mehr möglich, auf den gesunden Menschenverstand zurückzukommen.

Teure Rechnung zulasten der Schweiz

Eine Aktion für das Schweizer Gewerbe mag das bei den Bergbahnen sein, nicht aber bei Hotels, die oft in die Taschen von Investoren im Ausland wirtschaften. In Arosa zahlt man in einem Vierstern-Haus einer internationalen Kette zu zweit mit Halbpension rund 500 Franken, im Dreistern noch um 400. In Vals wird einem im Fünfstern- Resort eines in Dubai wohnenden Investors auf Hochdeutsch beschieden, dass man am Wochenende nur für zwei Nächte reservieren könne, und zwar für 1200 bis 1700 Franken pro Nacht, im auswärtigen Hotel für 500. In kleineren Häusern von echten Valsern erhält man für 250 Franken den Zuschlag, darf aber nicht mehr nach zehn Uhr abends telefonieren. Das Desaster ist perfekt: Die vom Bund geholten Briten brachten ihr Virus mit nach Wengen und von dort via Skischulen fand es den Weg in Schulen in Bern und der Schweiz. Verbier machte – abgesehen von der Dunkelziffer der Virusverbreitung – eher Schlagzeilen mit den aus der Quarantänekeule geflohenen Gästen. St. Moritz wurde zweifelhaft berühmt durch die südafrikanische Variante, dank der zwei Fünfsternpaläste in Quarantäne kamen und einer nun ganz geschlossen ist. Entsprechend sind in der Schweiz die Zahlen der Infektionen mit den Mutanten um ein Vielfaches höher als in Deutschland, wo es keine offenen Skigebiete gibt. So hat der Bund die britische Variante importiert, denn im Dezember reisten mit 92 Flügen gut 10 000 britische Touristen ein. Ein Beleg dafür, dass dies im Wesentlichen auf ins Land gelockte britische Touristen zurückgeht, liefern die im Januar explodierenden Zahlen in Portugal und Spanien; die Mittelmeerküste und vor allem die Algarve sind bei Briten besonders beliebt; sie reisen dort auch über die Festtage in Gruppen an. Freiheitsberaubung im Stil von EU-Turbos Um den Schrecken noch grösser zu machen, hat der Präsident der GLP, Jürg Grossen, einen Brief aller Parteipräsidenten initiiert, gemäss dem im Schnellschuss ohne Rücksprache von allen Parteipräsidenten faktisch Grenzschliessungen zur Schweiz gefordert werden: nicht nur mit einem Testobligatorium, sondern vor allem auch mit einer Quarantäne, die auch den Schweizern droht, die aus dem Ausland zurückkehren. Da zeigt sich, dass Grünliberal nicht ein Markenzeichen für Liberalität, sondern für autoritäres Vorgehen ist, im konkreten Fall gar für Freiheitsberaubung. Ausgerechnet diese Grünliberalen legen gegenüber der EU ein unterwürfiges Verhalten an den Tag und fordern unbesehen die Unterzeichnung des Rahmenvertrages: freier Personenverkehr mit Quarantäne inklusive.

28. Januar 2021 Bernhard im Oberdorf