Verteidigen wir die Errungenschaften der Gleichstellung

National Verteidigen wir die Errungenschaften der Gleichstellung - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Statt in fundamentalistisch-patriarchalischen Ländern für angemessen erscheinende Frauenpolitik zu missionieren, ist es besser, die Gleichstellung in der Schweiz selbst voll umzusetzen. Bild: Pixabay

JA ZUM VERHÜLLUNGSVERBOT AM 7. MÄRZ 
Im Jahr 2016 trafen in der nordsyrischen Stadt Manbij endlich die von den USA unterstützten Kräfte ein, um die verbliebenen Menschen von der Tyrannei des Islamischen Staates zu befreien. Rasch machten in den sozialen Netzwerken Videos die Runde, die zeigten, wie auf den Strassen muslimische Frauen demonstrativ ihre Burkas und Niqabs verbrannten.

Die mutigen Frauen von Manbij haben mit dem Verbrennen ihrer Niqabs nicht nur ein Symbol zerstört, unter welchem sie die letzten Jahre zu leben gezwungen waren, sondern sie haben damit auch die Behauptung westlicher Liberaler und Feministinnen widerlegt, Muslimas würden sich freiwillig einen hässlichen Sack überstülpen (lassen).

Nach deren Theorie laufen gewisse Musliminnen freiwillig wie ein anonymes Gespenst herum, während fast der ganze Rest ihrer Geschlechtsgenossinnen gerne ihre Weiblichkeit zur Schau stellt und dafür die Kreditkarten für tolle Klamotten, schicke Schuhe, Friseurbesuch und den ganzen Kosmetikkrempel zum Glühen bringt. Aber so masochistisch sind die Damen im Iran oder Afghanistan ganz bestimmt nicht. Nicht nur etliche europäische Staaten um uns herum haben die pechschwarzen Leichentücher kurzerhand verboten, manche muslimische Länder haben sie explizit mit der Begründung verbannt, damit dem extremen Islam die Stirn zu bieten.

Tatsächlich wurden überall dort, wo Fundamentalisten die Macht ergriffen, die Frauen zur Unkenntlichkeit entstellt – in Afghanistan durch die Taliban, von Khomeini nach der iranischen Revolution oder in Saudi-Arabien oder im Jemen. Bis heute riskieren Frauen in islamistischen Ländern beim geringsten Befreiungsversuch ihr Leben.

Niqab und Selbstbestimmung stehen im totalen Widerspruch

Ganzkörperschleier mit Augengitter rauben den weiblichen Menschen jegliche Individualität und behindern sie aufs Schwerste in ihrer Bewegungsfreiheit. Sie sind zutiefst menschenverachtend und führen die Errungenschaften aus der Aufklärung, aber auch das von den Frauenbewegungen Erreichte ad absurdum und verhöhnen alle Werte, die sich die westliche Zivilisation in den letzten Jahrhunderten erkämpft hat. Völlig irritierend ist die Behauptung, wenn wir die Burka in der Schweiz verbieten, würden die Frauen zu Hause eingesperrt. So steht das sogar in der Botschaft des Bundesrates zur Volksinitiative! Offizielle Stellen bestätigen damit, dass in der Schweiz Frauen nur bis zur Unkenntlichkeit entstellt das Haus verlassen dürfen, weil es der Ehemann so will. So kann man natürlich unsere Integrationsbemühungen auch absurdum gehen lassen … Der Staat sollte in solchen Fällen mit dem Entzug der Aufenthaltsbewilligung reagieren und zumindest den nötigenden Patriarchen ausser Landes setzen.

Das ist das Dilemma der Feministinnen, der Linken, der Multikulturalisten und überdies ein Armutszeugnis für unsere Zuwanderungspolitik. «Vielmehr besteht die Gefahr, dass diese Frauen isoliert werden, weil sie bei einem Verbot ihre Wohnungen nicht mehr verlassen dürfen», argumentierte die Präsidentin der St. Galler SP anlässlich der Debatte der dortigen kantonalen Volksabstimmung über das Burkaverbot. Betroffene Frauen sind ja nicht einfach bloss verschleiert, dahinter steckt mehr; sie werden kontrolliert, unterdrückt, gefangen gehalten. Hier von persönlicher Freiheit zu reden, ist eher zynisch.

Diese Frauen verfügen in der Regel nicht über ein eigenes Einkommen und nicht über die Position, sich tatsächlich durchsetzen zu können. Beschneidungen und Polygamie sind diesen radikalen Milieus alles andere als fremd, beides steht, selbst wenn es freiwillig erfolgen sollte, zu Recht unter Strafe. Warum sollten also die Frauen ganz ungezwungen den anonymen Ganzkörperkerker zur Schau tragen? Frauenrechtsorganisationen und Linksliberale schweigen dazu betreten und meinen keck, man sei in der Schweiz ja liberal, wolle darum keine Kleidervorschriften und keine neuen Verbote. Sie sind ohnehin im Dilemma, weil die Initiative vom falschen Absender kommt und rümpfen ob der Urheberschaft aus SVP-Kreisen die Nase: Ausgerechnet die politische Rechte sorge sich um die Frauenrechte, wird da gemäkelt. Es würde den Organisationen besser anstehen, wenn die Ihren Liberalismus demonstrieren würden, indem sie das Gewerbe mit weniger Auflagen und Regeln schikanieren, die Steuern senken oder die stete Ausweitung des Staates senken würden. Aber anhand eines pechschwarzen Tuches, das Frauen völlig unsichtbar macht, den eigenen Liberalismus zu betonen, ist wirklich das falsche Objekt gepriesen.

«Frauenrechte sind den Initianten egal, das zeigt ihr politischer Werdegang », ist der Homepage der Sozialdemokraten zu entnehmen. Selber fokussiert man lieber auf Geschlechterquoten für Chefetagen oder Gendersternchen in der Schriftsprache. Oder bettelt bei Vater Staat um Geld für Kampagnen und drischt verächtlich auf die alten weissen Männer ein, die seit MeToo zum Lieblingsfeindbild geworden sind. Ihre Ansichten seien ihnen unbenommen. Frauenkampf ist weder neutral noch objektiv, auch wenn die selbsternannten Frauenrechtlerinnen gerne ein Monopol auf ihre Auslegung reklamieren. Aber deshalb ist es den Initianten um den Solothurner Nationalrat Walter Wobmann keinesfalls gleichgültig, wenn Frauen auf unserem Staatsgebiet derart «gehalten» werden.

Gegenvorschlag als Sozialarbeiter-Geldsegen

Im Widerspruch dazu wird ins Feld geführt, das Problem existiere in der Schweiz nicht. Warum beinhaltet dann der Gegenvorschlag ein Verschleierungsverbot gegenüber Behörden und Ämtern? Bei einem NEIN zur Initiative bleibt es nicht einfach beim Status quo, es tritt der indirekte Gegenvorschlag Kraft: Nebst der Pflicht, vor den Behörden immer seine Identität preiszugeben, werden der staatlich finanzierten Gleichstellungsindustrie neue Mittel und Aufträge beschert, die «den besonderen Anliegen von Frauen, Kindern und Jugendlichen Rechnung zu tragen» hätten.

Das kommt einem Eingeständnis gleich, dass ausländische Frauen – jedenfalls, solange sie aus gewissen Kulturkreisen stammen – offenbar nicht gleichberechtigt behandelt werden. Sie beschränken sich aber keinesfalls auf die Schweiz: Im Rahmen der Erweiterung der Entwicklungshilfe sollen wir neu für eine uns angemessen erscheinende Frauenpolitik missionieren. Man stelle sich die Therapie-Teams in Afghanistan oder Iran vor, die den ultrakonservativen Patriarchen unsere Vorstellung der Gleichstellung ausgerechnet dort schmackhaft machen wollen, wo sich die wahren Tragödien für Frauen abspielen.

Konzentrieren wir uns auf unser eigenes Territorium, vermischen nicht Aussen- und Innenpolitik und machen mit einem Verhüllungsverbot klar, was uns wichtig ist, und das unabhängig von der Anzahl der Fälle und Vorkommnisse.

25. Februar 2021 Barbara Steinemann