Von Verboten, Forschung und Tierschutz

Kantonsrat Von Verboten, Forschung und Tierschutz - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Da sämtliche Produkte, die an Tieren getestet werden, zukünftig weder hergestellt noch eingeführt werden dürften, wäre die Versorgung mit Arzneimitteln, Impfstoffen und Medizinprodukten stark eingeschränkt. Bild Pixabay  

KOMMENTAR ZUR RATSSITZUNG

Gerade zum richtigen Zeitpunkt, noch vor den Abstimmungen vom 13. Februar 2022, hat der Kantonsrat Zürich über die Parlamentarische Initiative (PI) von Claudio Schmid (SVP, Bülach) beraten und befunden. Die PI verlangte im Jahr 2018 eine Aufweichung der Sperr- und Rekurs-Minorität der Tierschutzorganisationen in der kantonalen Tierversuchskommission (TVK) zu den Tierversuchen im Kanton Zürich.

Tierversuche sind in der Schweiz bewilligungspflichtig und gesetzlich streng geregelt. Sie werden nach dem 3R-Prinzip angewendet, was unnötiges Tierleid für die Forschung verhindern soll. Die 3R stehen für: Replace, Ersatz durch künstlich gezüchtete Zellen, Gewebe oder Organe und Computersimulationen, wann immer möglich. Reduce, Verringerung der Anzahl Tiere pro Versuch. Refine, Versuchsverbesserung, um die Belastung für die Tiere auf ein Minimum zu senken.

Der Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier ist in der Schweizer Bundesverfassung verankert, d.h., Krankheiten müssen bekämpft und die Sicherheit von chemischen Stoffen überprüft werden. Das geht heute nicht ohne wissenschaftliche Experimente an oder mit Tieren. Die Folgen eines Tierversuchsverbots, wie in der Volksinitiative «Tier- und Menschenversuchsverbot» gefordert, sind das fehlende Verständnis der wissenschaftlichen Grundlagen und in der Konsequenz keine Fortschritte in der Therapie von heute unheilbaren Krankheiten am Forschungsplatz Zürich.

Der Kantonsrat hat sich mit 159 zu 5 Stimmen zur Beibehaltung der heutigen gesetzlichen Regelung entschieden. Das ist nach erfolgter Debatte eine klare Absage an eine Aufweichung des kantonalen Tierschutzgesetzes, aber auch eine klare Stärkung der gültigen Praxis, dass es keine weitergehenden Regelungen und Verbote braucht. Darum auch am 13. Februar 2022 ein überzeugtes NEIN zur Volksinitiative vom Forschungs- und Innovationsstandort Kanton Zürich.

10. Februar 2022 Lorenz Habicher