Vorschlag für politisch korrektes Jassen

Kritik Vorschlag für politisch korrektes Jassen - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Beim «Wise» ist die Gleichberechtigung schon seit langem gewährleistet: 4 Damen geben ebenso wie 4 Könige 100 Punkte.

KÖNIGSMORD
Jüngst kam es in der Medienblase zu einer kurzen Hysterie, die manch einen an einen verspäteten Aprilscherz denken liess: Jasskarten sollen neuerdings sexistisch und rassistisch sein. Diese Meinung vertritt zumindest Susan Arndt, Kulturwissenschaftlerin aus Deutschland. Aber wie immer ist gut gemeint selten auch gut gemacht.

Ob nun die Coronakrise für besonders originelle Forschungsarbeiten in den Sozialwissenschaften verantwortlich ist, bleibt offen. Klar ist aber, dass sich CH-Media auf eine Gesprächspartnerin eingelassen hat, die von Tuten und Jassen keine Ahnung hat. Während im Interview geltende historische Tatsachen und Gesellschaftsnormen früherer Zeiten lapidar mit dem Verweis «antiquiert » abgekanzelt werden, schiesst sich die Wissenschaftlerin auf die fehlende Repräsentation von starken Frauen und Minderheiten auf den Kartenbildern ein.

Ihr Verständnis vom Kartenspiel an sich ist dabei so flach wie eine Jasskarte: Dass der «Under» die höchste Karte im Spiel sein kann, davon scheint die Frau noch nie gehört zu haben. Die verschiedenen Spielarten des Schiebers, wie den «undenue», unterlasse ich an dieser Stelle – Professorin Arndt wäre mit dieser Denkleistung wahrscheinlich überfordert.

Frau Arndt kann ohne gängige Spielpraxis in den Spielkarten aber noch viel mehr erkennen als der Samstigjasser: Demnach zeigen die Abbildungen nur heterosexuelle Menschen. Diese Schubladisierung ist doppelt absurd: Erstens handelt es sich um Zeichnungen. Zweitens sind auf den Abbildungen Einzelpersonen zu sehen. Wie man hier eine sexuelle Orientierung ableiten kann, lernt man nur in den Fantasiestudiengängen der Uni Bayreuth.

Zuletzt noch ein Tipp an die Leserschaft, um den politisch korrekten Jass zu klopfen: 1. Färben Sie die Karten ihres Kartensets ein. Das macht die Karten «divers». 2. Wählen Sie eine der 10 verschiedenen sexuellen Orientierungen aus und schreiben Sie sie unter die Kartenabbildung. Achtung: Ein asexueller Schellen-Bauer darf nur von einem asexuellen Schellen-König gestochen werden! 3. Im Sinne der Chancengleichheit werden die Damen im Spiel aussortiert und auf einen «Quotenstapel» gelegt. Die Quotendamen müssen anschliessend gleichmässig unter allen Spielenden aufgeteilt werden.

Ich wünsche Ihnen viel Spass!

14. Mai 2021 Pascal Ammann