Wahlen 2023: Findungskommission nimmt die Arbeit auf

Hintergrund Automatisch gespeicherter Entwurf - Onlinebote SVP des Kantons Zürich 8

Rita Fuhrer: «Meine Aufgabe ist es, zusammen mit dem Team möglichst viele Top-Kandidatinnen und -Kandidaten zur Verfügung zu halten.» Bild zVg

INTERVIEW MIT DER PRÄSIDENTIN DER SVP-FINDUNGSKOMMISSION 2023
Rita Fuhrer ist als alt Regierungsrätin ein bekanntes Gesicht der SVP des Kantons Zürich und unbestritten eine Sympathieträgerin. Per 2021 hat Rita Fuhrer ein auch für sie neues Parteiamt übernommen – sie ist Präsidentin der Findungskommission Wahlen 2023. Im Interview spricht Rita Fuhrer über Ziele und Absichten der neu eingesetzten Findungskommission.

Frau Fuhrer, Sie haben ein neues Parteiamt angenommen, zieht es Sie zurück in die aktive Politik?

Nein, eigentlich nicht! Hier habe ich zugesagt, weil ich der Partei einen Dienst erweisen will; ich habe ja lange auf die Unterstützung der Partei zählen können.

Wie beurteilen Sie die aktuellen politischen Verhältnisse im Kanton Zürich in der Mitte der Legislatur?

Der Kanton Zürich hat wegen der Verteilkämpfe um Gelder weiter gelitten. Dabei sind wir wirtschaftlich sehr verwundbar und werden die Nachwehen der Corona-Massnahmen schwer zu spüren bekommen. Die linke Seite mitsamt den Mitteparteien will jetzt all ihre Wünsche durchzusetzen, die allesamt den Staat gegenüber dem Bürger stärken und Eigenverantwortung obsolet machen. Der Preis ist die Freiheit, das freie, eigenverantwortliche Entscheiden. Wenn es sich nicht lohnt, sich anzustrengen, weil die Steuern wegfressen, was man verdient, dann werden viele Menschen resignieren und sich zurücklehnen.

Weshalb wird die Findungskommission bereits zwei Jahre vor den kantonalen und den nationalen Wahlen 2023 aktiv?

Das ist zwingend und absolut nicht zu früh. Es geht darum, Mitglieder unserer Partei mit politischem Gespür und Potenzial für die unterschiedlichsten Ämter zu finden, auch wenn sie sich bescheiden im Hintergrund halten. Ein Wahlkampf beginnt heute immer früher, wir wollen bereit sein. Wie dürfen wir uns die Kandidatensuche vorstellen? Wir reden mit vielen Menschen in der Partei und in deren Umfeld und finden so heraus, wer positiv auffällt. Wir motivieren die Parteileitungen in den Gemeinden, Bezirken und überhaupt alle Interessierten, der Findungskommission ihre Beobachtungen zu geeigneten Personen zu melden. Ich werde im engen Austausch mit den Bezirkspräsidenten sein, denn schliesslich gibt es den ordentlichen, bekannten Prozess über die Bezirksparteien.

Gilt es nach wie vor, wer die «Ochsentour» nicht gemacht hat, bekommt keine Chance, oder zaubert die Findungskommission einen Hasen à la Roger Köppel aus dem Hut?

Ich bin überzeugt, dass Kandidatinnen und Kandidaten einen politischen oder beruflichen Leistungsausweis haben sollen, der sie befähigt, einen Wahlkampf genauso zu bewältigen wie anschliessend das Amt gut auszuüben. Dazu zähle ich auch Lebenserfahrung und Sozialkompetenz, wie sie oft bei Frauen mit Familie zu finden sind. Es kann sein, dass jemand die besten Voraussetzungen mitbringt, bisher aber nicht besonders aufgefallen ist, auch diese Person gilt es aufzuspüren. Es wird also nicht ein Hase aus dem Hut gezaubert, sondern eine Top-Kandidatur gesucht. Die Taktik und die Wahlkampfstrategie allerdings ist Sache der Parteileitung und nicht der Findungskommission.

Was raten Sie Jungpolitikern, die auf einen Platz auf den Wahllisten 2023 oder 2027 spekulieren? Gibt es einen Typ zur garantierten Karriere?

Gerade in der Politik ist eine Karriere nie garantiert – aber auch nie unmöglich! Wer Freude an einer Kandidatur hat, soll sich vor allem mit seriöser politischer Arbeit zeigen, sich engagieren und mit guter Grundlagenarbeit und Zuverlässigkeit auffallen. Ich werde mich sehr dafür einsetzen, dass diese Parteimitglieder auf die Unterstützung der Partei zählen können und gefördert werden.

Verraten Sie uns die minimalen Wahlziele für die Wahlen 2023?

Das wird die Parteileitung entscheiden. Meine Aufgabe ist es, zusammen mit dem Team möglichst viele Top-Kandidatinnen und -Kandidaten zur Verfügung zu halten, sodass die Partei bei der Nominierung aus einem überzeugenden Pool schöpfen kann. Darauf freue ich mich.

Die Findungskommission bilden sieben Mitglieder: Rita Fuhrer (Präsidentin), Anita Borer, Walter Leuthold, Christoph Mörgeli, Martin Suter, Reinhard Wegelin und Orlando Wyss.
18. März 2021 SVP Kanton Zürich