…weil wir gefunden wurden

News Weil wir gefunden wurden - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

«Wir gehen, wir müssen suchen. Aber das Letzte und Eigentliche kommt uns entgegen, sucht uns freilich nur, wenn wir gehen, wenn wir entgegengehen. Und wenn wir gefunden haben werden, weil wir gefunden wurden, werden wir erfahren, dass unser Entgegengehen selbst schon getragen war von der Bewegung Gottes zu uns.»

Karl Rahner Karl Rahner, ein deutscher katholischer Theologe, schreibt in seinem Zitat, dass wir auf die Suche gehen müssen. Doch das Letzte und Eigentliche kommt uns letztlich entgegen. Wie geht das?

Pfingsten

50 Tage nach Ostersonntag feiern wir Christen Pfingsten. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Der Begriff kommt vom griechischen Wort « » (pentecoste), was 50 bedeutet. Unzählige Bibelstellen berichten über den Geist Gottes, der unter uns Menschen wirkt. Bereits das Alte Testament berichtet über Menschen, die vom Geist Gottes berufen sind. Sie berichten über Gott und handeln nach seinem Vorbild. In der Apostelgeschichte wird berichtet, was denn am 50. Tag nach Ostern geschah und warum wir Pfingsten feiern: «Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sassen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen liess sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen ein[1]gab.» (Apg 2, 1–4) An Pfingsten giesst Gott seinen Geist über die Jünger. Wie Zungen aus Feuer soll er über die Jünger gekommen sein. Der an Auffahrt versprochene Beistand Gottes wird hier mit dem Feuer dargestellt. Feuer hat eine grosse Kraft. Wenn etwas abgebrannt ist, kann danach Neues entstehen. Nachdem das Feuer in die Jünger eingefahren ist, können sie plötzlich andere Sprachen sprechen. Ein Zeichen für das universale Verständnis unseres Glaubens. Mit der Gabe, alle Sprachen sprechen zu können, zeigt die Bibel, dass die Gläubigen tolerant sind und alle Menschen in ihrer eigenen Sprache ansprechen können. Die Kirche und ihre Mitglieder sind für alle da. Mit der Gabe, alle Sprachen zu können, überwinden die Jünger ethnische und sprachliche Grenzen und können nun bewusster auf andere Menschen zugehen.

Gabe des Heiligen Geistes

Auch die Gabe des Heiligen Geistes bemächtigt uns Menschen zum Guten. Denn in dieser Gabe schenkt sich uns Gott. Indem er selber sich aus sich herauswagt, erhalten wir einen Teil von Gott. Nach der Aufopferung seines Sohnes an uns Menschen schenkt uns Gott mit dem Heiligen Geist ein grosses Stück von sich selbst. Ohne eine Bedingung zu stellen. Diese Hingabe ist die Liebe und Gnade von Gott. Er ist der Geist, der in uns lebt und uns Hoffnung gibt. Er zeigt, dass der Tod überwunden werden kann und wir neu auf[1]erstehen können. Der Tod steht hier nicht als das Endgültige am Ende unseres Lebens. Der Tod meint hier das Ende vom Vergangenen, einen Neuanfang. Wir können dank der Kraft des Heiligen Geistes uns selber überwinden. Die Gabe des Geistes wirkt in uns Menschen und soll uns zu Neuem verleiten. Er hat die Kraft der Verwandlung, des Neuen.

Umkehr

Das Älterwerden bringt uns automatisch zu einer Umkehr. Mit neuen Impulsen im Leben müssen wir alle immer wieder neu beginnen zu suchen. Vor allem im letzten Jahr brauchten wir viel Beistand des Heiligen Geistes und der mit ihm verbundenen Kraft, um viele neue Gegebenheiten zu meistern. Im Beistand des Heiligen Geistes erfahren wir viel Kraft und können Neues bewältigen. Das Bewusstsein, dass wir das Ge[1]schenk der bedingungslosen Liebe Gottes haben, ist wichtig und kann uns Wurzeln geben. Diese Wurzeln bringen uns weiter im Zusammenleben miteinander, denn es bringt uns das Verständnis und die Sicherheit, dass wir nie alleine sind. Karl Rahner schreibt in seinem Zitat zu Beginn des Artikels, dass wir suchen müssen. Nur wer auf die Suche geht und sich vergewissert, dass da etwas ist, kann auch selber gefunden werden. Die Jünger waren gemeinsam mit Jesus unterwegs. Nach seiner Auffahrt in den Himmel blieben sie Suchende. An Pfingsten fanden sie und wurden gefunden. Sie erhielten, als Vertreter von uns Suchenden, den Beistand Gottes, den Heiligen Geist.

23. Mai 2021 Sabrina Manhart