Wenn aus dem Ochsen eine Kantine wird

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Die Gaststube zum Ochsen dient einstweilen als «Betriebskantine», die Gäste über den Mittag bewirtet. Wirtin Carmen Trüeb freut sich, dass wieder Leben eingekehrt ist. Bild: zVg

JSVP-STRAFANZEIGE GEGEN SOMMARUGA
Die Bundesanwaltschaft erteilt letztjähriger Strafanzeige wegen Sommarugas Geheimgespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Korb. Obschon juristisch nachvollziehbar, liefert ein Blick in die Nichtanhandnahmeverfügung interessante Details.

Es waren harte Schlagzeilen, als während der kalten Januar- und Februartage «Büezer» auf Baustellen oder auch Chauffeure über fehlende Aufwärmungsmöglichkeiten und Essensmöglichkeiten in geheizten Räumlichkeiten mangels offener Gaststätten klagten. Für Chauffeure konnte rasch einmal eine Lösung gefunden werden, indem entsprechende Lokale unter bestimmten Auflagen extra am Abend für sie öffnen durften. Erst mit den letzten vom Bundesrat ab dem 1. März umgesetzten Lockerungen rund um die Coronamassnahmen wurde es aufgrund von Interventionen aus der Politik und von deren Volksvertretern Gastronomiebetrieben ermöglicht, ihre Lokale unter strengen Auflagen ausschliess- lich für «Büezer» als Kantinen zu öffnen. «Restaurants, die ihre Dienstleistungen Berufstätigen im Ausseneinsatz anbieten wollen, sollen dies gemäss BAG als Betriebskantine gestützt auf die Covid-19-Verordnung der besonderen Lage dürfen», schreibt der Zürcher Regierungsrat in einer entsprechenden Allgemeinverfügung vom 2. März. Die damit verbundenen Auflagen sind aber sehr streng. Grundsätzlich darf nur von 11 bis 14 Uhr geöffnet werden. Den Zugang haben ausschliesslich nur Berufstätige aus den ausgewählten Branchen mit Mitarbeitern aus dem Gartenbau, der Land- und Forstwirtschaft, Handwerker, Bau- und Strassenarbeiter im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe sowie Berufstätige im Bereich des Montageservices. Diese müssen aber vorgängig durch ihre Arbeitgeber schriftlich angemeldet werden. Zugleich gelten strikte Schutzmassnahmen im Lokal. Es besteht eine Sitzpflicht und die Maske ist einzig am Tisch nicht zu tragen. Zudem müssen der Abstand von 1,5 Meter zwischen den Gästen eingehalten und die Kontaktdaten der Gäste aufgenommen werden. Unbürokratisch und positive Erfahrungen Sieben der aktuell 190 Betriebe im Kanton Zürich mit einer Kantinenbewilligung kommen aus dem Zürcher Weinland, wobei vor allem der nördliche Teil des Bezirks Andelfingen dominiert. Nördlich der Thur verfügen in Feuerthalen die «Krone» und das Coop- Restaurant, in Flurlingen der «Frohsinn », in Uhwiesen die Metzgerei Niedermann und in Marthalen das Gasthaus «zum Ochsen» über eine solche Bewilligung. Ebenso dürfen das Restaurant «Post» in Adlikon und das Restaurant «Kreuzstrasse» in Humlikon als Kantine öffnen. Letztere darf zugleich auch am Abend als Betriebskantine für Berufschauffeure mit den entsprechend damit verbundenen Auflagen von 18 bis 21 Uhr geöffnet haben. Das Einholen der notwendigen Bewilligung beim zuständigen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) verlief unbürokratisch und sehr einfach. Das bestätigt Carmen Trüeb vom Gasthof zum Ochsen in Marthalen: «Ich habe am Dienstabend das einseitige Formular ausgefüllt und per Mail abgeschickt. Am Mittwochmorgen um 11 Uhr lag die Bewilligung vor.» Gefragt waren einzig einige Eck- und Kontaktdaten sowie der Menüpreis. Ein Augenschein im Gasthaus Ochsen zeigt, dass das Angebot durchaus einem Bedürfnis entspricht. In der Küche steht die Gastgeberin zusammen mit Erika Wiprächtiger im Einsatz, während Ramona Näf sich um die Gäste kümmert und zugleich die Take-Away-Menüs für das Abholen vorbereitet. Denn im kurzen erlaubten Zeitfenster muss alles sehr schnell gehen. Während im kleinen Saal der notwendige Abstand eingehalten werden kann, sind in der Gaststube die einzelnen Plätze durch hohe Plexiglaswände abgetrennt, um die Vorgaben einzuhalten. «Wir sind mit zehn Mittagessen durchaus mehr als zufrieden », sagt Carmen Trüeb. Parallel dazu läuft ein «Take-Away-Betrieb», welcher seit Wochen auf grosse Nachfrage stösst. Hier verlassen während der Werktage von Montag bis Freitag im Mittel täglich 25 Menüs die Küche, wobei es bis zu deren 40 sein können. Speziell beliebt sind aber am Donnerstagabend die Menüs aus dem angeheizten Holzofen über die Gasse. Es braucht seitens der Gastgeber eine gewisse Hartnäckigkeit, um die strengen Auflagen und Vorgaben durchund umzusetzen. «Wir verlangen konsequent eine vorgängige schriftliche Voranmeldung der Arbeitgeber per Mail, damit wir gewährleisten können, dass wir nur den zugelassenen Berufsgruppen das Gastrecht gewähren können », fügt Carmen Trüeb bei. In Gesprächen mit den Gästen zeigt sich, dass man dieses Angebot bereits im kalten Winter gerne beansprucht hätte, um an einem geheizten Ort eine warme Mahlzeit einzunehmen. «Wir sind jetzt einfach nicht mehr im Ochsen, sondern in der Betriebskantine für Büezer und über dieses Angebot sehr dankbar», meint ein Gast lachend.

22. März 2021 SVP Kanton Zürich