Wenn der Brandstifter den Feuerwehrmann mimt

Kolumne Nimmersatt - Onlinebote SVP des Kantons Zürich 1
Fadegrad

Vor einigen Wochen reichten die grünen Kantonsrätinnen Wilma Willi und Edith Häusler zusammen mit ihrem Kollegen Daniel Heierli eine an den Regierungsrat gerichtete Anfrage mit dem Titel «Sicherheit der Stromversorgung» ein. Darin äussern sie die Befürchtung, es könnte ohne einen Rahmenvertrag mit der EU bald zu Engpässen bei der Stromversorgung kommen, da «die Importkapazitäten für die Schweiz massiv beschnitten» würden. In gewohnt schulmeisterlicher Manier erinnern sie den Regierungsrat daran, dass dieser gemäss Kantonsverfassung «für eine sichere und wirtschaftliche Elektrizitätsversorgung» zu sorgen habe, und sie schliessen mit der empört anmutenden Frage, wie denn bitte sehr der Plan B für den Kanton Zürich aussehe, «um die sichere und wirtschaftliche Elektrizitätsversorgung nach dem Jahr 2025 zu garantieren ». Die drei Fragesteller sprechen eigentlich ein wichtiges Problem an: unsere Stromversorgung ist tatsächlich stark gefährdet. Nach dem absehbaren Ende der Schweizer Atomkraftwerke und dem Kohle- und Atomausstieg unserer nördlichen Nachbarn ist es mehr als fraglich, woher wir zukünftig noch ausreichend Strom werden beziehen können. Der Energiehunger der EU-Länder wird mittelfristig weiter zunehmen und Exporte in die kleine Schweiz dürften weit hinten auf der Prioritätenliste stehen. Dennoch haftet dieser grünen Anfrage zur Stromversorgung ein ausserordentlich unappetitlicher Geruch an. Es ist nämlich die Grüne Partei, die seit ihrer Gründung unerbittlich daran arbeitet, die sichere Energieversorgung unseres Landes an die Wand zu fahren. Bei der Atomenergie, die immerhin rund die Hälfte unseres Stroms liefert, ist ihr das vorläufig gelungen, denn die Bevölkerung hat den Atomausstieg im Mai 2017 mit 58% Ja-Stimmen an der Urne gutgeheissen. Nun kämpfen die grünen Weltretter verbissen für das CO2-Gesetz, mit dem auch noch die fossilen Energien abgewürgt werden sollen – diese decken heute rund die Hälfte unseres gesamten Energieverbrauchs ab. Ginge es nach der Ökopartei, würden wir unsere Energie nämlich fast ausschliesslich aus Windrädern und Solarpanels beziehen. Dummerweise liefern diese aber immer noch nur einen Bruchteil unserer Energie und das Speicherproblem für den erneuerbaren Flatterstrom ist auch noch nicht gelöst. Zehn Jahre nach Fukushima haben die Grünen keine einzige ihrer vollmundigen Versprechungen wahrgemacht, wie unsere Energieversorgung auf Grün umgestellt werden soll. Die Energiewende ist krachend gescheitert. Die gespielte Sorge über die Stromversorgung im Kanton Zürich, welche die drei Fragestellenden scheinbar umtreibt, ist also an Verlogenheit nicht zu überbieten. Wenn der Brandstifter, nachdem er das Haus angezündet hat, vorwurfsvoll in die Runde fragt, wie man dieses Haus denn nun zu löschen gedenke: das ist grüne Politik in Reinkultur.  

6. Juni 2021 Ueli Bamert