Wichtig ist die Grösse der Produktionsflächen

News Wichtig ist die Grösse der Produktionsflächen - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Nachhaltige Produktion wird primär dadurch bewerkstelligt, dass jedes Land zuerst seine vorhandenen Ressourcen an Kulturland vollständig nutzt, um möglichst viele Nahrungsmittel effizient auf eigenem Boden zu produzieren. In der Schweiz produziertes Rapsöl zählt dazu. Bild zVg

NACHHALTIGES PALMÖL?
Bei der Abstimmung über das Freihandelsabkommen mit Indonesien spielte das Palmöl eine wichtige Rolle. Bereits heute wird es in der Schweiz vielfach gemieden; auch dank heimischem Rapsöl. Wo und wie auch immer man den Urwald weltweit schonen will: Ein klares Bekenntnis zu einer inländisch starken, effizient produzierenden Schweizer Landwirtschaft trägt dazu bei.

RoMü. Mit einem strengen Regime will der Bund im Rahmen des Freihandelsabkommen mit Indonesien dafür sorgen, dass der Import vom umstrittenen Palmöl an strenge Auflagen geknüpft wird.
Dies soll sicherstellen, dass das importierte pflanzliche Fett aus einer nachhaltigen Produktion stammt. Damit stellt sich einmal mehr die Grundsatzfrage, ob in einem globalen Markt mit steigender Nachfrage und Produktion mit nicht schritthaltender massiver Mehrproduktion wirklich eine nachhaltige Produktion möglich ist. Diese Entwicklung benötigt laufend zusätzliche Flächen von enormem Ausmass, auf welche die Schweizer Vorgaben keinerlei Einfluss haben.
Dafür werden aber nicht Wüsten, sondern vor allem riesige Urwaldflächen gerodet. Das im Scheinwerferlicht stehende Palmöl ist dabei nur eines der Produkte, welche wesentlich zum Raubbau beiträgt. Dazu gehören auch verschiedene boomende Südfrüchte wie Mango, Passionsfrucht und weitere, welche teilweise nur mit intensiven Bewässerungen angebaut werden können.

Gesamtimport nimmt ab
Im vergangenen Jahr hat die Schweiz 21 308 Tonnen Palmöl für 21,879 Mio. Franken importiert. Zugleich sind weitere 11 687 Tonnen Kokos-, Palmkernund Babassuöl für 21,607 Mio. Franken eingeführt worden.
Palmöl wird primär aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen. Bei einem Ertrag von 3,3 bis 3,8 Tonnen Palmöl pro Hektare entspricht dies einer Anbaufläche von rund 6500 ha. Aufgrund des eher zwielichtigen Images verzichten in der Schweiz aber immer mehr auf dieses Öl sowie Speisefett und setzen auf einheimische Ölsaaten; insbesondere Raps.
Die Importe in den letzten Jahren sind daher tendenziell am Sinken. Doch hier zeigen sich bereits in der Schweiz die Grenzen, indem die Anbaumöglichkeiten auch von konventionellen Raps ausgereizt sind, da dieser im Biolandbau kaum produziert werden kann. Zugleich zeigt sich, dass die hiesige Kulturlandfläche von verschiedenen Seiten unter Druck steht.
Die weiterhin wachsende Bevölkerung verlangt immer mehr Wohnraum und Verkehrsfläche. Ebenso werden immer mehr Flächen für Naturschutz- und Aufwertungsmassnahmen beansprucht und der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen.
Jede somit verschwundene oder extensivierte Hektare Kulturland muss dann irgendwo auf diesen Globus kompensiert oder intensiviert werden, damit die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln gewährleistet ist.

Gigantische Anbauflächen
Allein in Indonesien werden auf Plantagen auf einer Fläche von 11,7 Mio. Hektaren die Früchte für das Palmöl produziert. Man geht davon aus, dass die Fläche jährlich durch Rodungen von Urwaldflächen um 500 000 bis 1 Mio. Hektaren steigt, um der global wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Diese jährlich steigende Fläche entspricht knapp der gesamten Schweizer landwirtschaftlichen Nutzfläche. Auch ausserhalb der nationalen Importauflagen und versteckt in importierten Halb- oder Fertigprodukten gelangt überdies immer mehr pflanzliches Fett und Öl aller Art in die Schweiz.
Eine eingeschränkte nachhaltige Produktion beispielsweise von Palmöl verdrängt bei weiterhin steigender Nachfrage und Absatz einfach die bisherige Produktion auf diesen Flächen und verlagert diese auf andere zusätzlich zu schaffende Produktionsflächen. Dies macht dann wieder zusätzliche Urwaldrodungen nötig und somit wird einfach eine indirekte negative Folge einer nachhaltigen Produktion auslöst. Nachhaltig können Palmöl und viele andere Produkte wie beispielsweise Soja grundsätzlich erst produziert werden, wenn die gesamte Nachfrage sinkt, damit die Anbaufläche stagniert oder gar wieder zugunsten von Urwaldflächen schrumpft.

10. April 2021 SVP Kanton Zürich