Windräder und Bundesgericht

Kritik Windräder und Bundesgericht - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Sind Windräder der neue USP für Bergtourismus aus nah und fern? Wohl eher nicht. Bildmontage cube media, Bilder Pixabay

IDEOLOGIE VOR FAKTEN
Das Bundesgericht fällt immer mehr politische Urteile, wie zum Beispiel die Abschaffung der Unterstützungspflicht für Hausfrauen bei Trennungen. Und jetzt der neuste Entscheid: Es weist alle Beschwerden gegen das Windkraftprojekt Sainte-Croix im Waadtland ab.

Damit ist der Weg frei für die unnötigen Ungetüme unter Aushebelung des Beschwerderechtes der Bürger – Sans- Papiers haben bald mehr Rechte als wir Bürger. Im Energiegesetz steht, dass Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien grundsätzlich im nationalen Interesse sind. Das Bundesgericht befiehlt, der Bürger hat zu gehorchen, sonst übliche Verfahren werden ausgeschaltet. Aber wie effizient sind Windanlagen? Ein kleiner Schweizer Hersteller solcher Windräder erklärte mir folgendes: Stellen sie sich ein fröhlich plätscherndes Bächlein vor, das Wasser fliesst über die Steine oder drumherum – bei einer gegebenen Geschwindigkeit und Wassermenge. Jede Wassergeschwindigkeit führt zu anderen Fliessmustern über die Steine.

Ebenso verhält es sich mit einem Windrad in unserem hügeligen Gelände: die Windrichtung ändert sich sehr oft, was zu ständig ändernden Rotoreinstellungen führt. Die Effizienz ist dadurch schlecht. Windmühlen gehören ans Meer, falls überhaupt, weil dort der Wind viel gleichmässiger auf die Rotoren trifft. Falls man überhaupt auf den Flatterstrom setzen möchte. Nochmals verschlechtert wird der Wirkungsgrad durch ein anderes Bundesgerichtsurteil, welches verlangt, dass die Windräder stillzustehen haben, wenn gerade Vogelzugsaison ist. Eigentlich ein Eingeständnis, dass die Rotoren eben doch Vögel töten. Es gibt auch Studien, wonach Windkraft die nahe Umgebung erwärmt und den Boden austrocknet. Die ursprüngliche Strömung der Luft vor dem Rotor wird in eine turbulente Strömung gewandelt, die die Feuchtigkeitsabfuhr in bodennahen Luftschichten fördert. Windräder fördern die Bodenaustrocknung und gehören deshalb ans Meer.

1400 Windräder – zur Verschönerung der Landschaft?

Windenergie soll gemäss Energiestrategie bis 2050 etwa 7–10% unseres Strombedarfes decken. Im Moment sind es 0,2% bei 40 Grossanlagen. Damit kann der Strombedarf für 40 000 Haushalte gedeckt werden. Was ungefähr für die jährliche Zuwanderung benötigt wird. Für 7% wären somit etwa 35- mal mehr Windräder nötig, etwa 1400 Stück. Wollen wir das ganze Land mit Windturbinen überziehen, bis es nirgendwo mehr schön ist, ausser in den Städten – denn dort werden keine Windräder gebaut. Die urban-progressiven Städter bestimmen mit den urban-progressiven Richtern über den Bau von Windrädern draussen in der Landschaft, und die Landbewohner sollen sich dann damit abfinden. Den Städtern kanns egal sein. Es ist abzusehen, dass der Druck zum Bau von Windturbinen weiterhin zunehmen wird. Denn ohne Subventionen rentieren diese nicht.

In der BRD sind heute trotz EEG bereits 2/3 aller Windparks unrentabel. Dabei wird auch noch viel gemogelt. Der Windatlas der Schweiz existiert seit 2010. Seit der Überarbeitung 2016 zeigte der Windatlas in grossen Teilen der Schweiz plötzlich eine unglaubliche Steigerung des Windpotenzials von unter 4,5 auf teilweise über 6,5 m/s. Mit diesen beschönigten Daten wurde 2017 über die Energiestrategie 2050 abgestimmt. Im Windatlas 2019 waren die Windgeschwindigkeiten plötzlich wieder tiefer – Betrug? Kann schon sein, denn das BFE arbeitet eng mit der Windräder-Lobby Suisse-Eolezusammen. CSP-Nationalrat Karl Vogler ist dort Vorstandsmitglied – es geht um Milliarden an Fördergeldern. Windräder sind Sondermüll – haben sie dies schon einmal in unseren Medien gehört?

Nach 20 Jahren sind die Rotorblätter auszuwechseln, wobei dann in der Regel gleich die ganze Anlage ersetzt wird. In Deutschland werden solche Windanlagen meistens abgerissen, weil diese keine Fördergelder (EEG) mehr kriegen und die Windräder ohne Förderung nicht wirklich Geld generieren. Dann werden die Standorte einfach aufgegeben und die Zufahrtsstrasse – welche jedes einzelne Windrad benötigt – meistens nicht zurückgebaut. Ist das grün? Die Rotoren sind ein Verbund aus Kunstharz (Epoxid oder Polyesterharz) und Fasern (Glas- oder Carbonfasern) mit Füllstoffen, Kupferkabeln als Blitzschutz und Gelcoats. Also eine schwierige Kombination zum Recyceln.

Deshalb werden die Rotorblätter oft ganz einfach vergraben oder geschreddert und verbrannt, was aber auch nur begrenzt möglich ist. Allein in Deutschland sind in den nächsten Jahren etwa 90 000 dieser Rotorblätter zu entsorgen. Das deutsche Umweltbundesamt spricht in einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2019 davon, dass die Windturbinenblätter problematisch sind. Aber das scheinen unsere Bundesrichter nicht zu wissen – oder wollen sie nicht? Weshalb wiederholen wir die Fehler Deutschlands? In der Schweiz hat es für Windkraftanlagen einfach viel zu wenig Wind.

Diese können hier real kaum 10 – 15% ihrer vollen Kapazität erzeugen und sind somit völlig ineffizient. Selbst bei totalem Verbau des gesamten Juras mit 800 Anlagen sowie den entsprechenden Speicherkraftwerken in den Alpen sind bestenfalls 4% des Stromverbrauches der Schweiz produzierbar. Das lohnt sich nicht – oder wollen wir noch Windkraftanlagen auf dem Jungfraujoch oder auf dem Berner Gurten? Windräder sind schädlich für die Natur, nicht effizient, potthässlich und liefern nur Flatterstrom. Aber egal: Ideologie kommt unterdessen selbst bei Bundesrichtern vor Fakten.

22. Juli 2021 Therese Schläpfer