«Wir müssen darauf achten, dass die Stadt-Land-Balance gehalten wird»

Freundnachbarschaftliche Sommergrüsse «Wir müssen darauf achten, dass die Stadt-Land-Balance gehalten wird» - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Ob im Stall oder in der Haute Couture – Andrea Müller fühlt sich beruflich an vielen Orten zu Hause.

FREUNDNACHBARSCHAFTLICHE SOMMERGRÜSSE
Andrea Müller unterstreicht als kantonale SVP-Präsidentin von Schaffhausen selbstbewusst die Standorttrümpfe ihrer Heimat. Einer davon ist Innovationskraft. Gross geworden ist sie in der Stadt Zürich und weiss: Unser Wohlstand kommt nicht von nichts.

Worüber freut sich die kantonale SVP-Präsidentin mit Blick auf den Kanton Schaffhausen derzeit am meisten?

Ich sage immer: Schaffhausen, klein aber fein, ist die Perle unter den Kantonen. Wir haben extrem viel zu bieten. Tolle ländlich geprägte Gegenden, wo «work-live-Balance» nicht nur ein Slogan ist, bezahlbaren Wohnraum, Arbeitsplätzte bei weltweit bekannten Grossunternehmen, gute Infrastruktur für Familien wie auch für Singles! Die wunderschöne Altstadt – es lohnt sich einfach, mal durch die schönen Gassen zu flanieren und einen Stopp in einem der hübschen Strassencafés zu machen. Wenn die anderen Kantone wüssten, was wir alles zu bieten haben.

Und was verursacht Sorgenfalten?

Wir müssen darauf achten, dass die Stadt-Land-Balance gehalten wird. Die städtische Bevölkerung hat andere Vorstellungen, auch politisch, das ist ok, aber die ländliche Bevölkerung darf nicht bevormundet werden.

Der Kanton Schaffhausen schaffte vor nicht allzu langer Zeit den finanziellen Turnaround. Wie ist das gelungen?

Dies ist der guten Arbeit unsere SVPRegierungsrätin Cornelia Stamm Hurter zu verdanken. Sie macht seit vier Jahren einen hervorragenden Job als Finanzministerin.

Du kennst die Stadt Zürich sehr genau, denn Du bist in Oerlikon als Tochter eines Käsers mit Milchlädeli aufgewachsen und standest früh am Tresen. Wie kann es wieder besser gelingen, den Stadtbewohnern Gedankengut der SVP näher zu bringen?

Immer wieder darüber sprechen, wieso es uns heute so gut geht. Unser Wohlstand kommt nicht von nichts. Eigenständigkeit und Wachstum gehen in der Schweiz traditionell Hand in Hand. Dafür haben unsere Vorfahren hart gearbeitet, dafür setzt sich die SVP schon seit Jahrzenten ein. Man muss die Jungen noch mehr für die Politik begeistern, ihnen dann aber auch Gehör geben. Jeder SVPler hat eine Vorbildfunktion, macht was draus!

Nun arbeitest Du seit über 15 Jahren in einem landwirtschaftlichen Betrieb und in wenigen Wochen werdet ihr die erste landwirtschaftliche Biogastankstelle in der Schweiz eröffnen. Wie lautet Dein Credo mit Blick auf wirtschaftsverträgliche Nachhaltigkeit?

Die Biogastankstelle ist das letzte Bindeglied unseres Gesamtprojektes Biogasanlage. Einerseits produzieren wir ja seit bald sechs Jahren Strom, der ins Netz geliefert wird und daneben noch das Nebenprodukt Abwärme, welches wir in den eigenen Wärmeverbund einspeisen. Mit der Abwärme beliefern wir über 250 Wohneinheiten, ein Schulhaus und drei Gewerbebetriebe das ganze Jahr mit Wärme für Heizungen und Warmwasser. Die Biogasanlage wird nur mit Mist, Gülle und anderen Abfallstoffen «gefüttert» – aus Abfall wird Energie! Mit der neuen Biogastankstelle veredeln wir einen Teil des Methangases zu Biogas mit Erdgasqualität. Dieses kann bei allen Erdgasfahrzeugen als Treibstoff eingesetzt werden. Auch hier möchten wir unsere Betriebskreisläuft schliessen und mittelfristig alle Fahrzeuge auf Biogas umstellen. Alle diese Projekte werden wirtschaftlich betrieben und müssen dem Markt standhalten. Es erfordert viel Mut, solche Investitionen zu tätigen, bei denen die Gesetzgebung immer einen Schritt hinterherhinkt, aber es lohnt sich – für die Betriebe und die Umwelt. Übrigens: würde man allen Pferdemist der Schweiz in Biogasanlagen vergären, könnte damit ein AKW ersetzt werden.

Steckbrief: Von der Maschinenbau- zur Modezeichnerin und weiter

Aufgewachsen in der Stadt Zürich, 2003 wegen der Liebe nach Thayngen gezogen, verheiratet, drei Kinder. Hobbies: Familie, Politik, Wandern und Skifahren, Kadetten Schaffhausen (Handball). Beruflicher Werdegang: Maschinenzeichnerin, Handelsschule, 1997 Textil- und Modefachschule Ausbildung zur Textilkauffrau. Danach von Max Mara über Hugo Boss auf dem Landwirtschafts- und Energiebetrieb Unterbuck gelandet (www. unterbuck.ch). 2005–2010 Ausbildung zur eidg. dipl. Bäuerin HFP. Politik: seit 2012 Aktuarin der SVP Thayngen, seit 2017 Gemeinderätin, 2021 Wahl in den Kantonsrat SH und seit Mai 2021 Kantonalpräsidentin SH, 2019–2020 CAS Weiterbildung für Politik  

20. August 2021 SVP Kanton Zürich