«Wir sind entschlossen, für unsere Sache zu kämpfen»

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Der SVP-Bremsschuh für die Pläne der SBB im Zürcher Oberland ist bereit. Bild Pixabay

KLARES NEIN ZU GEPLANTEN S-BAHN-ABSTELLGLEISEN IN BUBIKON
Das Schienennetz im Grossraum Zürich wird bedingt durch Mobilität und Zuwanderung immer intensiver beansprucht. Entsprechend beansprucht auch der Wagonpark mehr Rangierfläche. Im Interview erklärt SVP-Kantonsrat Daniel Wäfler (Gossau), warum das Zürcher Oberland für die von der SBB anvisierte Lösung keine Hand bieten mag.

Für die neuen S-Bahn-Abstellgleise in Bubikon müsste man ca. 80 000 Quadratmeter Kulturland opfern. So etwa die Fläche eines grösseren Einkaufszentrums. Warum ist das für die SVP Oberland ein rotes Tuch?

Sie haben es richtig gesagt, insgesamt würden acht Hektaren Kulturland, davon sechs Hektaren Fruchtfolgeflächen (FFF) mit dieser Abstellanlage verbaut. Dies auf der grünen Wiese und neben einer eingleisigen Strecke und noch dazu in einer Landschaft, welche durch den Richtplan geschützt ist. Die SBB besitzt, vor allem innerhalb des Kantons Zürich, umfangreiche Flächen mit bestehenden Gleisanlagen, die nicht mehr genutzt werden. Viele dieser Areale liegen an guter und bester baulicher Lage, wie etwa in der Stadt Zürich oder im nahen Rapperswil, die SBB will diese zwecks zusätzlicher städtischer Überbauungen verkaufen. In einem Prospekt zu einer solchen Umnutzung in Zürich schreibt die SBB: «Wo heute das Reparaturzentrum (Depot G) der SBB steht, entsteht morgen ein neues Stück Stadt – auf einer Fläche, die grösser ist als vier Fussballfelder. Mitten in Zürich, mitten im Kreis 5. Hier sollen für die Nachbarschaft und die ganze Stadt unterschiedliche Angebote für Wohnen und Arbeiten, Gastronomie und Retail sowie grosszügige öffentliche Räume entstehen.» Die SBB beschreibt weiter: «Die Reparaturwerkstatt wird heute noch durch die SBB genutzt. Langfristig werden die Unterhaltsarbeiten jedoch auf andere SBBStandorte im Raum Zürich verlegt, sodass das Areal für eine Umnutzung frei wird.» Mit den SBB-Plänen rund um die Abstellanlagen, soll der zusätzliche Ausbau des ÖV vorangetrieben werden. Gleichzeitig sollen störende Infrastrukturen wie Abstell- und Serviceanlagen in die Landschaft ausgelagert werden. Dies ist absolut systemfremd und geht der SVP Bezirk Hinwil und der Ortssektion Bubikon entschieden zu weit. Wir können unser wertvolles Kulturland und Naherholungsgebiet nicht für Fehlplanungen und die versuchte Gewinnmaximierung eines Staatsbetriebes opfern.

Wer wären die Hauptleidtragenden, wenn das Projekt durchgedrückt wird?

Die Hauptleidtragenden wären die betroffenen Landwirtschaftsbetriebe, die wertvolle Flächen verlieren, aber auch die Bevölkerung von Bubikon, welche einen schönen Fleck und viel Natur verliert. Letztlich wir alle, da bisherige Werte und Planungen im Richtplan durch dieses nicht ortsgebundene Projekt geritzt würden.

Nun ist auch die Fondation Franz Weber, FFW, aufgesprungen. «Keine Gleiswüsten mitten in der Natur!», lautet ihr Kampfruf. Inwiefern ist eine engere Kooperation mit der Stiftung als Allianzpartner denkbar?

Grundsätzlich vertreten wir unsere SVP-Werte. Wenn es Punkte gibt, in denen Synergien genutzt werden können und wir auf dasselbe Ziel in einer konkreten Sache hinarbeiten, dann gibt es temporäre und fallbezogene Allianzen. Als SVP thematisieren wir aber auch das Bevölkerungswachstum durch Einwanderung und dessen Folgen für die Umwelt und Gesellschaft, was für viele Umweltverbände ein Tabu ist. Weiter sind wir eine Gewerbepartei und für den Fortschritt und die Mache. Wir sind dort dagegen, wo etwas keinen Sinn macht und bessere Lösungen hermüssen. Dass mit der SBB ausgerechnet ein Staatsbetrieb mit viel links-grünen Supportern und Funktionären einen solchen Umweltfrevel plant, ist eigentlich ein Skandal.

Welche Pfeile haben Sie im Köcher, um dem SBB-Ansinnen den Riegel zu schieben?

Das würde die SBB sicherlich auch gerne wissen. Dazu möchte ich noch nichts weiter ausführen, aber wir sind entschlossen, für unsere Sache zu kämpfen. Mit der lokalen Bevölkerung, dem Bauernverband und den Umweltverbänden stehen wir in dieser Sache schon mal nicht alleine da.

Beim Regierungsrat ist eine spezifische Anfrage hängig. Bis wann rechnen Sie mit Antworten und was erhoffen Sie sich von ihnen?

Grundsätzlich hat die Regierung drei Monate Zeit, um eine Anfrage zu beantworten. Somit müsste die Antwort spätestens bis Mitte Mai da sein. Mit der Antwort bezieht der Gesamtregierungsrat und speziell der Baudirektor zu den SBB-Plänen aus dem fernen Bern Stellung und diese sollte für die SBB, insofern der Regierungsrat hinter dem Richtplan und dem Schutz des Kulturlandes steht, eher ernüchternd sein. Falls nicht, dann läuten frühzeitig die Alarmglocken und wir haben Zeit für weitere Schritte. Allenfalls kann die Anfrage auch alternative Planungen beim Kanton oder der SBB beflügeln. Warum nicht etwa die Gleisanlagen als XXL-Tiefgaragen unter den Renditeobjekten bauen? Die VBZ hat dies mit einem Tramdepot an der Kalkbreite schon gemacht. Dies ginge wohl auch im Limmattal oder in Rapperswil, falls die SBB von Kantonen und Bund auch dazu angehalten wird. Hier soll die Anfrage Klarheit schaffen und die Vorbildfunktion des Staates und seiner Betriebe in Sachen Umwelt unterstreichen. Von Gewerbe und Landwirtschaft verlangt der Staat dies ja auch bedingungslos.

17. April 2021 Daniel Wäfler