Wir wollen alles – und zwar sofort

Gesellschaft Wir wollen alles – und zwar sofort - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Verbindlichkeit ist ein wesentlicher Faktor für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Bild Pixabay

TOTALE BELIEBIGKEIT
Unser hart erarbeiteter Wohlstand hat uns weit gebracht. Noch nie ging es uns so gut wie heute. Das sollten wir nicht aufs Spiel setzen.

Die Armut schwindet weltweit. Auch der Fortschritt der Technik ist beeindruckend und bringt uns viele Vorteile. Die Schnelllebigkeit fordert uns zwar allen einiges ab. Es kann sein, dass alles ein bisschen zu schnell ging und viele von uns Mühe bekunden, damit umzugehen. Unsere Gesellschaft muss auf nichts verzichten. Glaubt jemand, irgendwo an irgendeinem Mangel zu leiden, reicht der Blick ins Internet. Mit ein paar Klicks sucht man sich aus, was man wünscht und am nächsten Tag ist das Gewünschte geliefert und das Bedürfnis befriedigt oder der Mangel behoben. Passt etwas nicht, schickt man die Ware zurück. Dies vermittelt den Eindruck, Rücksichtnahme sei nicht mehr wichtig. Egoismus macht sich breit. Das zeigt sich auch bei vereinbarten Terminen.

Verbindlichkeit – ein Fremdwort

Was bei Ärzten und Zahnärzten schon länger gang und gäbe ist, müssen nun auch Coiffeure und andere Dienstleister anwenden. Die Zunahme an nicht wahrgenommenen Terminen sei enorm. Reservationen von Wandergruppen für Mittagessen im kleinen Dorfrestaurant werden kurzerhand wegen schlechtem Wetter abgesagt. Was mit dem vorbereiteten Essen passiert, interessiert sie nicht. Aber wenn sie kommen, muss alles frisch sein. Andererseits wollen Kundinnen und Kunden immer öfters einen Termin von einer Stunde auf die andere. Kann dies von Dienstleistern nicht eingehalten werden, macht sich Unzufriedenheit breit. Dasselbe kennen Handwerker, die im Haus eine Panne beheben müssen. Sie sind mittlerweile so gut organisiert, dass der Kunde eine SMS bekommt, wenn er seine Arbeit am vorherigen Ort beendet hat. Die zu erwartende Fahrtzeit inklusive Stauberechnungen werden gleich mitgeliefert. Praktisch alle Bedürfnisse können heutzutage befriedigt werden. Verzichten muss niemand mehr. Das gehört wohl auch nicht mehr zur Erziehung. Nun sollen mit einer Annahme der Gesetzesvorlage «Ehe für alle» auch Babys bestellt werden können. Ein zentraler Punkt ist die Samenspende für lesbische Mütter. Die Leihmutterschaft wird folgen, denn die schwulen Männer akzeptieren eine Diskriminierung bestimmt nicht. Auch sie wollen von den gleichen Möglichkeiten Gebrauch machen können. Schliesslich sollen auch Transsexuelle und Queere nicht ausgeschlossen werden. Spenderkinder von heterosexuellen Paaren haben in Deutschland einen Verein gegründet. Ihr Ziel ist es, bei der Suche des anonymen Samenspenders, ihre Hilfe anzubieten. Diese Spenderkinder wachsen mit Vater und Mutter auf, spüren aber meistens von klein auf, dass irgendetwas fremd ist und sie irgendwie nicht vollständig in die Familie passen. Alle wollen ziemlich dringend ihren Vater sprich den Samenspender kennenlernen. Seine Identität ist zwar bekannt und das Kind hat mit seiner Volljährigkeit das Recht, ihn kennenzulernen. Er hingegen kann eine Kontaktaufnahme verweigern. Ohne diesen Schutz würden sich nur wenige Spender finden lassen oder es könnten, wenn auch nur moralische, Ansprüche gestellt werden. Der dritte gemeinsame Punkt ist, dass sich diese Kinder stets und überall wo sie sich aufhalten, fragen, ist jetzt der Kunde neben mir am Kiosk mein Vater oder ist es der Zugpassagier im andern Abteil oder vielleicht sogar mein Lehrer?

Geschlechtsänderung per Knopfdruck

In unserer schönen neuen Welt ist es auch möglich, sein Geschlecht zu ändern. Viele aufwendige Operationen und Hormonbehandlungen machen es möglich. In der Schweiz soll dies aber bald auch mit einer einfachen Meldung an das Zivilstandsamt möglich sein und dies ab 16 Jahren und ohne die Einwilligung der Eltern. Immerhin haben die Eltern noch ein Mitbestimmungsrecht beim Erwerb eines Handy-Vertrages. Das ist ja auch viel wichtiger als der blosse Geschlechtseintrag auf dem Zivilstandsamt! Also statt in die RS, kann man vorher noch rasch zur «gelesenen Frau» wechseln und vor der Erreichung des Pensionsalters natürlich auch. Kein Witz, das Bundesparlament hat dieser Vorlage bereits zugestimmt. Die Schweiz hinkt ja mit solchen Extremen Gott sei Dank immer etwas hintendrein. Was uns dies alles noch bescheren wird, haben die Olympischen Spiele in Tokyo gezeigt. Beim Gewichtheben startete ein Transmann in der Kategorie der Frauen und hat natürlich gewonnen. Die verständlicherweise frustrierten Konkurrentinnen durften aber wahrscheinlich aus Rücksichtnahme keine bösen Töne von sich geben. Diese gutgemeinten Ideen öffnen aber auch die Türen der Damentoiletten für Männer und an Schulen jene der Mädchen für Jungen. Auch kalifornische Frauengefängnisse bleiben nicht verschont. Nachdem männliche Insassen sich zur Frau umdeuten liessen und in Frauengefängnisse wechselten, müssen nach ersten Schwangerschaften neuerdings nun Kondome verteilt werden. Die Gleichstellungsfanatiker, Gleichmacher und Genderfans sollten ihre Forderungen sorgfältiger, bis zum Schluss und mit allen Konsequenzen, durchdenken.

3. September 2021 Therese Schläpfer