Wirtschaftsmetropole oder Wohn- und Grünzone?

Stadt Zürich Wirtschaftsmetropole oder Wohn- und Grünzone? - Onlinebote SVP des Kantons Zürich

Linke und Grüne überbieten sich darin, extreme Ideen zum Schikanieren der Autofahrer vorzulegen. Was wohl noch alles kommt?

ZUKUNFT DER STADT ZÜRICH
Ginge es nach rot-grüner Regierungsmehrheit, würde die ganze Stadtbevölkerung zum Langsamverkehr gezwungen. Oder noch besser: Autos würden in der Stadt gänzlich verboten. Dass dies die Qualität des Wirtschaftsstandorts schmälert, ist offensichtlich.

Der neue Verkehrsrichtplan bemüht sich, das Auto in den nächsten 30 Jahren aus der Stadt Zürich zu vertreiben. Mit dem Plan betreibt Rot-Grün-Zürich pure Machtpolitik. Seit vielen Jahren führen die Parteien einen heftigen Kampf gegen das Auto. Im Gemeinderat vergeht kaum eine Sitzung, ohne dass ein Vorstoss zulasten der Autofahrer eingereicht oder überwiesen wird. Fast jeden Mittwoch debattieren wir über links-grüne Hirngespinste, wie man das Auto aus der Stadt kriegt. Linke und Grüne überbieten sich darin, extreme Ideen zum Schikanieren der Autofahrer vorzulegen. Spurabbau, Tempo 30, Begegnungszonen, Kapphaltestellen, radikaler Parkplatzabbau und so weiter. Im Richtplan wird übrigens auch die von sämtlichen Instanzen für ungültig erklärte «Züri-autofrei-Initiative » verankert. Aber das nur am Rande erwähnt.

Velo als Mass aller Dinge

Als Grund für den Kampf gegen das Auto werden unisono «sichere Velorouten » genannt. Niemand ist gegen zusätzliche und sichere Velowege. Doch das Ausmass muss infrage gestellt werden. Früher waren Velowege 1,25 m breit. Als ich Kind war, reichte mir diese Breite bestens aus. Doch dann entdeckte Rot-Grün, dass man mit Velowegen einen forcierten Rückbau der Strassenkapazität für den motorisierten Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr betreiben kann. Velowege mussten also plötzlich mindestens 1,8 Meter breit sein. Gefordert werden gar 3 Meter(!). Wer einmal auf der Lagerstrasse fuhr, weiss, was das bedeutet. Der 3 Meter breite Velostreifen dort wird gut und gerne mit einer Busspur verwechselt (die Norm für eine Busspur ist übrigens auch 3 Meter). Der Sinn von so breiten Velostreifen? Die Strasseninfrastruktur für Autos reduzieren!

Die bizarre Folge solcher Massnahmen kann an diversen Orten beobachtet werden: bei der Unterführung Langstrasse fällt z.B. eine Busspur einem 2 Meter breiten Velostreifen zum Opfer. Auf der Kasernenstrasse wurden sechs stark frequentierte Parkplätze aufgehoben, damit ein Veloweg von 1,5 Meter auf 3 Meter verbreitert werden konnte. Auf der Limmattalstrasse und der Schaffhauserstrasse wird ein 1,8 Meter breiter Veloweg geplant, was zur Folge hat, dass sich das Auto und der öffentliche Verkehr das Trassee teilen müssen.

Abschottung von der Aussenwelt

Rot-Grün schottet die Stadt im wahrsten Sinne des Wortes von der Aussenwelt ab. Mit der geplanten Spurreduktion auf der Bellerivestrasse will man die kauffreudige Kundschaft aus der Agglomeration fernhalten. Mit der Temporeduktion auf der Rosengartenstrasse will man den Transitverkehr vertreiben. Das ist unsinnig. Missgönnt denn der Stadtrat dem städtischen Gewerbe den Umsatz, welchen die SUV-fahrende, Louis Vuitton kaufende Dame generiert? Das wirkt sich doch auch auf die Steuereinnahmen aus! Und wie will der Stadtrat die Versorgung der Stadt sicherstellen, wenn er den Transitverkehr schmerzlich ausbremst?

Man muss sich mal vorstellen, wie heute die Nutzung des Strassenraums verteilt wird. Während die Anzahl des motorisierten Individualverkehrs in der Zeit von 2015 bis 2019 konstant blieb, nahm der Veloverkehr von 2% auf 4%–8% zu. 8% sind es natürlich nur bei schönem Wetter. Bei Regen, Schnee und Kälte nutzen die Schönwetter- Velofahrer den warmen Bus oder das Tram auf der reduzierten Fläche.

Für die kleine Minderheit der Velo- Grün-Roten wird jetzt das Gewerbe bekämpft, der ÖV eingeschränkt und eine funktionierende Wirtschaft aufs Spiel gesetzt! Und dies alles, um die verhassten Autos maximal zu schikanieren. Rot-Grün scheint zu vergessen, dass sie nicht das Auto verteufeln, sondern die Autofahrer. Darunter hat es viele, die aus beruflichen Gründen auf ein solches Fahrzeug angewiesen sind.

Gewerbe zahlt ein Drittel der Steuern

Was ebenfalls vergessen geht: Zürich ist ein Wirtschaftsstandort. Der grösste Wirtschaftsstandort der Schweiz. Der Wohlstand, den die Zürcher geniessen, ist zu einem guten Teil dem florierenden Gewerbe zu verdanken. Immerhin zahlt das Gewerbe mit ca. 33% keinen geringen Anteil an den städtischen Steuereinnahmen.

Und wieso floriert das Gewerbe in der Stadt Zürich? Weil wir bis jetzt ein funktionierendes Strassennetz hatten. Wenn diese wichtige Ader gekappt wird, wandert das Gewerbe ab. Und aus ist es mit dem Wohlstand. Die Agglomeration freut sich und bereitet sich darauf vor, Gewerbebetriebe willkommen zu heissen. Kloten ist bereit, Wallisellen ist bereit, Dübendorf ist bereit. Dort wird das Gewerbe, welches von den Zürcher Machthabenden mit einem Arschtritt vertrieben wird, mit Handkuss empfangen.

Der Abbau der Strassenkapazität und das Verlangsamen des Verkehrs betrifft aber nicht nur das böse Auto. Auch der öffentliche Verkehr ist massiv davon betroffen. Um den ÖV-Fahrplan aufrechtzuerhalten, braucht es mehr Rollmaterial und mehr Personal. Auf 70 Millionen Franken belaufen sich nur schon die zusätzlichen Beschaffungskosten. Weitere 20 Millionen Franken jährlich gehen drauf für den Unterhalt und das Fahrpersonal. Während die JUSO den Gratis-ÖV fordert, ist Links- Grün daran, den ÖV ganz abzuschaffen.

Es ist ja nicht so, dass sich die Stadt Zürich das leisten könnte. Die Stadt Zürich investiert Milliarden in die CO2- Netto-Null-Strategie bis 2040. 10 Milliarden Franken soll dies kosten, jährlich 500 Millionen Franken. Budgetiert wird jährlich ein Minus von 200 Millionen Franken. So schrumpft, wie von Kollege und Stadtratskandidat Roland Scheck bereits erwähnt, das Eigenkapital von heute 1,5 Milliarden Franken auf 600 Millionen Franken bis 2025. Die Stadt Zürich hat gar kein Geld für solche Luxus-Projekte zur Verlangsamung des privaten Verkehrs und des ÖV sowie für das Vertreiben des Gewerbes.

Der amtierende Stadtrat kann nicht auf das Gewerbe verzichten! Zürich ist auf den starken Einkaufs-Tourismus aus der Agglomeration angewiesen.

Ein Umdenken muss jetzt erfolgen! Wenn die Stadt linksideologisch umgebaut ist, ist es zu spät. Wir brauchen wieder ein funktionierendes Strassennetz! Gefragt ist ein gesundes und verträgliches Nebeneinander sämtlicher Verkehrsteilnehmer. Das Ausspielen einzelner Verkehrsmittel gegeneinander ist kontraproduktiv und schadet der Wirtschaft.

Die Verkehrsflächen sollen fair gemäss Bedürfnissen genutzt werden und nicht einem ideologischen Abbau zum Opfer fallen. Nur so können wir Arbeitsplätze und den Wohlstand in der Stadt Zürich sicherstellen.

16. Dezember 2021 Stephan Iten