Zustimmung zum Objektkredit für den Bau des Entlastungsstollens Thalwil

Kantonsrat

Der Rat überwies das Jahrhundertprojekt mit 172 Stimmen ohne Gegenstimme. Quelle Baudirektion Kanton Zürich

KOMMENTAR ZUR RATSSITZUNG

Das 500-jährige Hochwasser soll in Zukunft die Stadt Zürich nicht mehr gefährden! Der Kantonsrat hat dem Objektkredit in der Höhe von 175 Millionen Franken für die Ausführungsplanung und den Bau des Entlastungsstollens Thalwil zugestimmt. Ziel des Entlastungsstollens ist die Umleitung der Sihl-Hochwasserspitzen in den Zürichsee, der als Rückhaltebecken wirkt und die übergeleiteten Wassermassen gedämpft an die Limmat abgibt. Dadurch wird die Sihl auf dem Abschnitt zwischen dem Einlaufbauwerk beim «Rütiboden » und der Mündung in die Limmat unterhalb des Landesmuseums entlastet und muss nicht für grosse und seltene Hochwasser ausgebaut werden. Die Stadt Zürich ist bereit, den Bau mit 15 Millionen Franken zu unterstützen. (Dazu kommen von der SBB 5–10 Mio. Fr., von der SZU 1 Mio. Fr. und vom Bund ca. 35% der Restkosten.) Während der Hochwasserereignisse im Jahr 2005 entging die Stadt Zürich dank einem günstigen Wetterverlauf nur knapp grossen Hochwasserschäden. Nach Berechnungen der Gebäudeversicherung Kanton Zürich müsste bei einem Extremhochwasser ähnlich dem Hochwasser von 1846 aufgrund von Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen mit einer Schadensumme von 6,7 Mrd. Franken gerechnet werden. Personenschäden, Kosten für Betriebsausfälle und Umweltschäden sind in dieser Schadensumme nicht enthalten.

In der Ratsdebatte, wie bereits vorher in der Kommission für Planung und Bau, wurden von grüner Seite her die schädlichen Auswirkungen auf die Natur infrage gestellt. Im Bereich des Einlaufes bei Affoltern a.A. sind grössere bauliche Massnahmen notwendig.

Zudem sind beim Auslauf in den Zürichsee bei Thalwil im Falle eines Hochwassers grosse Wellen zu erwarten, auch wenn die max. einströmende Wassermenge von 6000 m3 pro Sekunde in einer sogenannten «Toskammer» ein Stück weit beruhigt wird. Zudem verliert Thalwil Bootsanlegeplätze wie auch Badestandorte. Aus SVP-Sicht wurde bemängelt, dass die GVZ keine Kostenbeteiligung gesprochen hat.

Regierungsrat Martin Neukomm führte aus, dass dazu keine gesetzliche Grundlage bestehe. Allerdings wurde dies durch uns widerlegt, denn in §2, Absatz a des Gesetzes über die GVZ ist dies explizit enthalten. Wer weiss, vielleicht kommt die GVZ doch noch zu einer anderen Einschätzung und wird im Nachgang noch einen angemessenen Beitrag sprechen.

12. Mai 2021 Walter Honegger